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Geschichte der Juden.
platz (April 1514) *), was der Gemeinde große Freude machte. Dererste Mann, welcher darauf begraben wurde, war ManuelPimentel (jüdischer Name I s a a k A b e n a c a r ), der einvertrauter Spielgenosse des französischen Königs Heinrich IV. warund von ihm „König der Spieler" genannt wurde?) Zwei Jahrespäter wurde die Hülle des bedeutenden und edlen Elia FeliceMontalto nach diesem Friedhofe aus der Ferne gebracht.
Die Königin Maria de Medici, Gemahlin Heinrichs IV. vonFrankreich, welche ihn von ihrem Vaterhause kannte, schätzte ihn sohoch, daß sie ihn bewog, nach Paris zu kommen. Montalto stellteaber die Bedingung, daß es ihm, seinem Hause und seinem Anhangfrei stehen sollte, als Juden zu leben, was ihm auch bewilligt wurde.Der Hof nahm auch außerordentliche Rücksicht auf seine religiöseObservanz. Als eine Prinzessin entfernt von Paris erkrankt warund Montalto gedrängt wurde, an ihr Siechenbett zu eilen, aberBedenken hatte, daß er die Reise nicht vor Eintritt des Sabbatszurücklegen könnte, ließ der König mehrere Postgespanne für denWeg vorauseilen, damit er noch rechtzeitig an Ort und Stelle ohneZeitverlust eintreffen könnte?) Nach dem Tode Heinrichs IV. blieber Leibarzt des Hofes und begleitete ihn auf allen Reisen. Indieser Begleitung verschied er in Tours (16. Februar 1616). DieKönigin ließ seine Leiche einbalsamieren und unter Begleitung seinesSohnes, seines Oheims und seines Jüngers Saul Morteiraüber Nantes nach dem Begräbnisplatze von Ouderkerk bringen?)Indessen waren die Amsterdamer Juden gezwungen, eine sehrgeraume Zeit von jeder Leiche eine Abgabe an die Kirchen zuleisten, vor welchen sie vorbeigeführt wurde?) — Überhaupt warensie in der ersten Zeit offiziell nicht geduldet, sondern lediglich über-sehen. Es herrschte gar anfangs ein Mißtrauen gegen sie, daß sieunter der Maske von Juden Spionsdienste für das katholischeSpanien leisteten und auf Verrat sännen. Aber auch als die Macht-haber und die Bevölkerung sich von ihrem aufrichtigen Hasse gegenSpanien und Portugal überzeugt hatten, waren sie noch weit ent-fernt, sie als eine eigene Religionsgenossenschaft anzuerkennen undsie zu dulden. Auf eine kurze Zeit wurden die Synagogen ver-
h Das. Driumplio äsl Oovierno populär p. 83 (falsche Pagina-Zahl),Oemilat äassaäim p. 50. Das. Vriuwplio p. 84.
o) Ders. VIcla. äs Luriiel p. 37 fg. Lslaoion äs los postas p. 55 s. o.S. 85.
4) Auch Lassempisrrs, insiuoirs äs sa. vis zum Jahre 1615 erzählt vonMoutaltos Tod und dessen Leichenkondukt nach Amsterdam auf Veranlassungder Königin Mutter.
ö) Losuen a. a. O. p. 149.