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Geschichte der Juden.
uaunt, folgenden Inhalts mit: „Unser Vetter Paul de Pina gehtnach Rom, nur Mönch zu werden. Ihre Gnaden werden mir dieGunst erweisen, ihn davon abzubringeu." Wenn dieser Brief einemMitglieds der römischen Inquisition in die Hände gefallen wäre,so hätte es den: Schreiber und Empfänger das Leben gekostet.Elia Montalto, jüngerer Bruder des ausgezeichneten Arztes AmatusLusitanus (o. S. 327), hatte ebenfalls Portugal, sein Geburtslandverlassen, um dein Judentums zu leben. Er ließ sich in Livornonieder, der neuen Hafenstadt, welche die Herzöge von Toskana nachder Zerstörung des Hafens von Pisa zur Blüte erhoben. Montaltogalt als ein ebenso geschickter Arzt wie sein Bruder, und der Herzogließ sich von ihm behandeln. Er war auch eingelesen in dietheologische Literatur und hatte das klare Bewußtsein darüber,warum er die Dogmen des Christentums für falsch hielt. Als erin Venedig weilte, führte ihm ein Edelmann einen Franziskaner-mönch zu, welcher mit ihm disputieren und die Wahrheit desChristentums beweisen wollte. Da die Disputation sich in die
Länge zog und Montalto gerüstet war, die landläufige kirchlicheBeweisführung zu widerlegen, so bat ihn der Mönch, seine Wider-legung gegen die christlichen Dogmen ihm schriftlich nach Spaniennachzusenden, wohin er sich eiligst begeben müßte. Zu diesemBehufe verfaßte Montalto eine Widerlegungsschrift, welche von derUnhaltbarkeit der Erbsünde und des daraus gefolgerten Erlösungs-dogmas ausging und die falsche Auslegung des dreiundfünfzigstenKapitels des Propheten Jesaia beleuchtete ^) — die wertlose Fund-grübe für die christliche Dogmatik. Es fiel Montalto nicht schwer,den jungen de Pina. der ihm den Brief überbrachte, von seinemEntschlüsse abzubringen und ihn für die Religion seiner Väter zugewinnen. Es scheint ihm indessen nur soweit gelungen zu sein,daß de Pina zunächst die Reise nach Rom aufgab, sich nachBrasilien einschiffte, dann wieder nach Lissabon zurückkehrte, aberim Christentum verharrte. Erst der Märtyrertod des Diogo de laAsumqäo scheint ihn vollständig gegen das Christentum eingenommenzu haben. Mit der Trauerbotschaft eilte er nach Amsterdam (1604),trat mit Begeisterung zum Judentum über und nahm den jüdischenNamen Rohel (Reuel) Jesurun an. Der für sein Heil sosehr besorgte Verwandte Lobato nahm ebenfalls offen das jüdischeBekenntnis an und nannte sich Abraham Cohe n.^) De Pinawurde einer der eifrigsten Bekenner des Judentums und eine Zierdeder Amsterdamer Gemeinde.
Die Anhänglichkeit an das Judentum, welche portugiesischeMarranen seit der Zeit unvorsichtig zeigten, mehrte natürlich die>) Oaski. üe lacob 18.