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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

tums ins Leben rief, ein Lehrhaus (Klaus), dessen Leiter (Limaben Bezalel)*) und Jünger auf seine Kosten unterhalten wurden undzwei Synagogen, wovon der Bau der einen, der Meiselsy nagoge,ihm über 10000 Thlr. gekostet, die damals als ein Kunstwerk galtund seinen Namen bis auf den heutigen Tag verewigt. MeiselsWohltätigkeit beschränkte sich weder auf Juden allein, noch auf seineeigene Gemeinde. Verfolgte und in Gefangenschaft geratene Judenbefreite er mit reichen Mitteln aus Not und Knechtschaft. Als dasJudenviertel in Posen ein Raub der Flammen geworden (1590)und, der größte Teil der Gemeinde in Armut geraten war, schenkteer ihr die beträchtliche Summe von 10000 Talern und eben so vielspäter der in Not geratenen Krakauer Gemeinde. Daß er auch dieGemeinde in Jerusalem mit Spenden bedacht hat, lag in derreligiösen Richtung jener Zeit und kann nicht besonders hoch an-geschlagen werden. Mehr noch als für die Steuerung der Notleistete Meisel für die Steuerung der Zerrüttung der PragerGemeinde, in welcher damals die Ungerechtigkeit und Käuflichkeitihr Zelt aufgeschlagen hatten. Die Vorstandswahl gab stets Ver-anlassung zu schreiendem Skandal. Nicht Würdigkeit oder Unwürdig-keit, sondern Gunst oder Feindschaft gab den Ausschlag für Wahloder Ausschließung von derselben. Tie kaiserlichen Behörden mußtensich daher in die Gemeiudeangelegeuheiten mischen und Vorsteheraufdrüngen, wobei natürlich auch nicht immer nach Billigkeit ver-fahren wurde. Durch Meisels Bemühung erhielt die Prager Juden-schaft wieder ihre Wahlfreiheit für Älteste, Rabbiner und Richter,und er hat wohl dafür gesorgt, daß sich die Ungebührlichkeiten dabeinicht wiederholten. 2)

Wie wurde dieser edle Mann oder dieser kaiserliche Rat vomKaiser Rudolph behandelt? Meisel hatte einem Edelmann eineSumme Geldes geliehen und sie sich auf dessen Güter versichern lassen.Der Schuldner machte aber den Einwand geltend, daß es gegen dasGesetz sei, liegende Güter an Juden zu verpfänden, und demgemäßerklärte die kaiserliche Kammerkanzlei Meisels Schuldforderung fürverfallen. Er hatte ferner der kaiserlichen Kasse eine bedeutendeSumme vorgeschossen und Silbergeschirr für die Tafel geliefert,natürlich auf Interessen. Aber er erhielt weder die Zinsen, nochdas Kapital zurück?) Noch habgieriger und gewissenloser zeigte sichdes Kaisers Sinn nach Meisels Ableben. Wohl ehrte er Meisels

1 Auf Meisels Grabschrift heißt es: a-L-ni, und von Lima

b. B. referiert Gans I. 5352: rea -7v> . . 'a '2 ui'i;

daraus scheint die Identität Beider hervorzugehen.

") Folgt aus dem Aktenstück, mitgeteilt von Wolf, Maskir a. a. O.

h Das.