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Geschichte der Juden.
und noch weniger als Gott anerkennen. Nach Seidels Ansicht seider Messias nur den Juden wie das Land Kanaan verheißen, abernicht als außerordentlich übermenschliches Wesen, sondern als mensch-licher König wie David. Das Gesetz des Judentums sei nur fürdie Juden Norm, für die übrigen Menschen aber seien lediglich dieZehugebote verbindlich?)
Wiewohl die reformatorisch-sektiererische Bewegung in Polen undRußland ungeachtet der häufigen Synoden, Disputationen, Pro-testationen im ganzen nicht tief eingreifend war, weil der größteTeil der Bevölkerung sich gleichgültig dazu verhielt, und der Adelselbst, der Beschützer derselben, nur oberflächlich davon berührt war,und daher viele Glieder desselben mit einem Sprunge zum Katho-lizismus zurückkehrten 2 ), so ging sie an den Juden doch nicht ganzspurlos vorüber. Sie ließen sich gern mit den Sektenhäuptern oderAnhängern in Disputationen ein, wenn auch nicht gerade um siezum Judentum zu bekehren, so doch um ihre Überlegenheit inBibelfestigkeit zu zeigen. Religionsgespräche zwischen ihnen undden Dissidenten (wie man sämtliche vom Katholizismus ab-gefallenen Polen nannte) kamen daher nicht selten vor?) EinUnitarier Martin Czechowic (geb. 1530, gest. 1613) ausGroßpolen, ein unklarer Kopf, der alle Wandlungen der religiösenBewegungen durchgemacht — als katholischer Priester (in Kurnik)sich zuerst den Hussiten zuneigte, dann sich abwechselnd zu Luthers,Calvins und Zwinglis Lehre hielt, endlich Schismatiker wurde, dieKindertaufe verwarf und behauptete, ein Christ dürfe kein Staats-amt annehmen — dieser Martin Czechowic hatte in einem Werkedie Einwürfe der Juden gegen Jesu Messianität zu widerlegengesucht und die fortdauernde Verbindlichkeit des Judentums mitalten, rostigen Waffen bekämpft. Gegen diese Beweisführungschrieb, wie es scheint, ein rabbinitischer Jude Jakob (Nachman)von Belzyce^) in Lublin (1581) eine Widerlegung, die so
') Über Seidel, Lukaszewicz a. a. O. II p. 829 sg.
2 ) Vergl. Lukaszewicz a. a. O. S. 11, Note 13.
°) Uartin Orweborvie, Losinorv^ LRrisriansllis (christliche Dialoge):Lehrer: „Warum hast du mich nicht besucht? Schüler: „Zufällig traf ich gesternJuden, so bald ich nur mit ihnen zu sprechen anfing, gingen sie auf die Sache(Religionsdogmen) ein, empfahlen mir ihre Religion und tadelten alle übrigen,besonders die christliche und türkische. Es ist eine schwere Sache, daß ein Christeinen Juden bekehre." Das Vorkommen häufiger Disputationen geht auch ausLbwulr lilmnna, hervor: nwm» nnn — o'nxim 'vnns nein obnv
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ll'-wwn (I, 1; 4—6; 8f., 40 f.).
*) Bei Sand und Bock (o. S. 434, Anm. 1) wird eine Schrift angeführt:Ockpis ckaknba 2 Laibes na vialopsi lilareiua Oösdionviea.