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Geschichte der Juden.
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hat. In seiner Jugend war er nach Polen gekommen, um zu den lFüßen Salomo Lurjas und Mose Jsserles' das Talmudstudium zubetreiben. Nebenher lernte er auch etwas von Philosophie und >
Astronomie und vertiefte sich in die Mystik. In seine Geburtsstadt ^
Prag zurückgekehrt, sammelten sich Jünger um Jafa, um von ihm »
die aus Polen mitgebrachte talmudische Weisheit zu hören; aber er j
konnte sich dort nicht lange halten, da er durch die Ausweisung der !
Juden aus dem ganzen Landes gezwungen war, zum Wanderstabzu greifen. So kam Jafa nach Venedig und von Italien wiedernach Polen. Dort hatte er als Rabbiner zuerst in Grodno, dann ,
in Lublin und Kremnitz (um 1575 bis Frühjahr 1592) gelehrt. In ^
Lublin, als Hauptmeßplatz, strömten, wie gesagt, viele TausendJuden zusammen, und es gab daselbst immer schwebende Prozesseund Streitigkeiten zu schlichten. Dadurch mag Mardocha: Jafa aufden Gedanken gekommen sein, die zufälligen Synoden in regel-mäßige zu verwandeln und Statuten dafür auszuarbeiten. Er hattein Venedig von den italienischen Juden Sinn für Ordnung empfangen.Seine Autorität war auch gewichtig genug, um seinen Vorschlägen,die zugleich einem Bedürfnis entsprachen, Eingang zu verschaffen.
Als er wieder im Alter nach Prag zurückkehrte, nur das dortigeRabbinat zu übernehmen, scheint den Vorsitz bei den SynodenIosua FalkKohen 2), Schulhaupt von Lemberg (1592—1616),geführt zu haben, dessen großes Lehrhaus sein reicher und angesehenerSchwiegervater unterhielt. Die häufigen Synoden der Dissidentenin Polen, der Lutheraner und Antitrinitarier mit ihren Nebensektenin verschiedenen Städten, scheinen den jüdischen zum Muster gedientzu haben. Nur wurden hier nicht wie dort haarspaltende Dogmenverhandelt, sondern praktische, ins Leben eingreifende Fragen ent-schieden.
Denn äußerlich betrachtet, boten Polen und Litauen in dieserZeit das Bild eines von religiösen Streitigkeiten dnrchwühltenLandes, aus dem sich eine neue Gestaltung des Christentums empor-arbeiten sollte. Als in Deutschland die reformatorische und gegen-reformatorische Bewegung sich bereits gelegt, die titanischen Himmel- ^stürmer sich in alltägliche Pastoren verwandelt hatten, die neue ^Kirche ihrerseits einen: Verknöcherungsprozeß entgegen ging undnach kurzen: Jugendrausche in Altersschwäche verfiel, gingen in denpolnischen Landesteilen die Wogen religiöser und sektiererischerSpaltung erst recht hoch und drohten, eine allgemeine Überflutungherbeizuführen. Die deutschen Kolonien in Polen hatten die
-) O. S. 348.°) S. Note 10.