Die Bier-Lündersynoden.
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verhandelt und bindend verabredet wurden. Auch eine Bücher-zensur übte die Synodalversammlung, indem sie für gewisse Bücherdie Erlaubnis erteilte, gedruckt und verkauft zu werden, für andere,die ihr schädlich schienen, Druck und Verbreitung untersagte. DieKrone, welche ein Interesse daran hatte, daß Handel und Wandelder Juden keine Störung erleiden und die ihnen auferlegten Steuernungehemmt eingehen sollten, begünstigte die von der Synode gehand-habte Ordnung. Wahrscheinlich hat Stephan Bathori die Erlaubniszu den synodalen Versammlungen erteilt. Ihre innere Organisationund Geschäftsordnung ist nicht bekannt, weil die Protokolle späterein Raub der Brände und der Judeuschlächtereien wurden, und sobleibt es zweifelhaft, ob schon im Anfang dieselbe Ordnung wiespäter geherrscht hat; daß die Synode aus mehr denn zehn Männernbestand, nämlich aus mehr als vier Delegierten der HauptgemeindenKrakau, Posen, Lublin, Lemberg und andern und aus sechs Rabbinen,welche diese dazu beriefen. Vermutlich trat Litauen später hinzu,und davon wurden die Synoden die der Vier-Länder genannt(IVaack ^.rsLot). Sehr wohltätig wirkten die Synodalversamm-lungen. Sie verhüteten tiefgreifende Zwistigkeiten, wehrten Un-gerechtigkeiten ab und bestraften sie, hielten den Gemeinsinu wach,lenkten ihn auf die Gesamtheit und arbeiteten solchergestalt derEngherzigkeit und Selbstsucht örtlicher Interessen entgegen, welchedie Zersplitterung und Vereinzelung der Gemeinden so sehr nährte,wie sie namentlich in Deutschland heimisch war, wo auch unter denJuden das Pfahlbürgertum mit beschränktem Gesichtskreise herrschte.Aus diesem Grunde war die polnisch-jüdische Synode auch auswärtsangesehen; entfernte deutsche Gemeinden oder Privatpersonen, diesich über Unbill zu beklagen hatten, wendeten sich an diese höchsteBehörde in der Gewißheit, von ihr Abhilfe ihrer Beschwerden zuerlangen. Es gereicht den Männern, welche eine geraume Zeitvon fast zwei Jahrhunderten die Synoden leiteten, zum Ruhme,daß ihre Namen, die würdig gewesen wären, der Nachwelt bekanntzu werden, dunkel geblieben sind, als hätten sie geflissentlich ihrepersönliche Bedeutung vor dem Allgemeinen zurückgedrängt. Ebenso-wenig ist der oder sind die ersten Urheber bekannt, die das gewißmühsame Werk durchgesetzt haben, den doppelt anarchischen Sinnvon Juden und Polen zu überwinden und zu bewegen, sich einemgroßen Ganzen unterzuordnen. Nur vermuten kann man, daßMardochar Jafa, ein aus Böhmen stammender Rabbiner(geb. um 1530, starb 1612) *), der viele Wanderungen und Leidendurchgemacht, diese regelmäßigen Synodalversammlungen organisiert
U Vergl. über ihn Perles a. a. O. 42 f.