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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Die politischen Könige und die Juden. 429

dadurch erlangte dieser im allgemeinen ihnen zugetane Stand dasÜbergewicht über die engherzige, judenfeindliche deutsche Bürger-schaft. Unter dem ersten Wahlkönige, dem Herzog Heinri chvon Anjou, dem die angestrengtesten Ränke seiner Mutter diepolnische Dornenkrone aufs Haupt gesetzt hatten, konnten sie sichzwar nicht sehr glücklich fühlen. Obwohl er seine Wahl in letzterInstanz einem Juden, dem Leibarzte Salomo Aschkenasi, zu ver-danken hatte i), so hat dieser leichtsinnige, nur den Vergnügungenergebene König den Juden kein freundliches Gesicht gezeigt. Hatsich doch durch ihn zum ersten Mal die rührige, kühne, katholischePartei gebildet, welche die bisher bestandene Religionsfreiheit inPolen untergrub! Wie sollte oder wie konnte er die Juden be-günstigen? Heinrich hat nicht einmal die Privilegien der JudenPolens anerkannt und damit sie gewissermaßen für vogelfrei erklärt.Er soll direkt feindselige Schritte gegen sie beschlossen habend)

Daher erhob unter ihm und unter Leitung des Jesuitenordens derkirchliche Fanatismus sein Hydrahaupt wieder und klagte einigelitauische Juden des Christenkindermordes an. Glücklicherweiseregierte dieser gelangweilte König nicht lange (16. Februar bis

18. Juni 1574).

Nach einer Zwischenregierung von dreizehn Monaten und nachlangen Wahlverhandlungen und Intrigen gelangte der kluge Fürstvon Siebenbürgen, Stephan Bathori, auf den polnischenThron, wohl auch nicht ohne Mitwirkung des jüdischen AgentenSalomo Aschkenasi, da die Türkei dessen Wahl gefördert hat.

Nicht lange nach seiner Thronbesteigung richtete er milde Wortean die Juden, nahm die von Litauen in Schutz gegen die

lügenhafte Anschuldigung des Christenkindermordes und sprach dieÜberzeugung aus, daß die Juden darin gewissenhaft der jüdischenLehre folgen, Menschenblut nicht zu vergießen?) Seine fast zwölf-jährige Regierung (15751586) bildet einen freundlichen Abschnittin der Geschichte der Juden Polens.

Unter der langen Regierung Sigismunds III., des Schweden-prinzen (15871632), dessen Wahl das Vorbild für innere Spaltungund Bürgerkriege gab, erging es den polnischen Juden besser, alsman von ihm, dem Jesuitenzögling und eifrigen Katholiken, erwartensollte. Obwohl er die polnischen Dissidenten so sehr verfolgen ließ,fühlten sich die Juden unter seiner Regierung nicht unbehagliche)

ü Oben S. 37V ff.

") Fortsetzer von Joseph Kohens Linste ba-Laoiis. x. 149.

62 s.oki das. p. 94, Fortsetzer des Lmele ba-Hneba. x. ISO.

h Isaak Troki schreibt von dessen Regierungszeit in'LRisulr Lianna. Ie. 46: cnin'b ovni bix a-iriv aim 'o-sb irn vT! . . o.-viivi nreinn ibn 'obv 'o.