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Geschichte der Juden.
von örtlicher Berühmtheit, haben den Grund zum außerordentlichenAufschwung der jüdisch-polnischen Gelehrsamkeit gelegt. Jede ver-wickelte und Aufsehen erregende Frage wurde ihnen, besonders aberdem letzter«, aus Deutschland, Mähren, Böhmen, sogar aus Italienund der Türkei zur endgültigen Entscheidung vorgelegt. Die widrigenGemeinheiten in der Prager Gemeinde, denen gegenüber das dortigeRabbinatskollegium ohnmächtig war, wurden vor die Rabbinen Polensgebracht, und diese schritten kräftig dagegen ein.ch LeidenschaftlicheStreitigkeiten in Frankfurt a. M., welche eine Verfolgung oder Aus-weisung herbeizuführen drohten, wurden von Polen aus beschwicki-tigt?) So begründete dieses rabbinische Triumvirat eine gewisseSuprematie Polens über die europäische Judenheit, die von allenSeiten zugestanden wurde. Die Rabbineu Polens haben sich biszum Ende des achtzehnten Jahrhunderts und teilweise auch darüberhinaus als tonangebend behauptet.
Es entstanden in diesem Lande durch das Triumvirat, dessenzahlreiche Jünger einen Wetteifer für das Talmudstudium bekundeten,Hochschulen, welchen die meisten Juden Polens als Schüler ange-hörten, so daß nach und nach fast sämtliche polnische Juden talmud-kundig und svgar rabbiuatsbesähigt wurden. Selbst in kleinenGemeinden von nur 50 Mitgliedern gab es mindestens 20 Talmud-gelehrte, die wiederum wenigstens 30 Jünger unterrichteten. Überallentstanden Lehrhüuser mit einem Vortragenden Rabbinen an derSpitze, und die Funktion eines solchen bestand hauptsächlich darin,Lehrvorträge zu halten; alles übrige war Nebensache für ihn. TieJugend drängte sich in die Lehrhäuser; sie konnte sorglos leben, dadie Gemeindekasse oder vermögende Privatleute für ihre Subsistenzsorgten. Von zarter Jugend an wurden die Kinder — allerdingszum Nachteile der natürlichen Entwicklung des Geistes — zum Talmud-studium angehalten, weil die höchste Ehre darin bestand, ein rab-binisches Lehrhaus zu leiten, und so regte sie den Ehrgeiz an,danach zu streben. Aufseher wurden ernannt, den Fleiß derStudierenden (Lnoimrim) und der Kinder zu überwachen. Diesehatten die Befugnis, die Trügen und Unwissenden körperlich zuzüchtigen. Nach und nach wurde eine Art LehrPl a n für dietalmudischen Vorträge im Sommer- und Wintersemester mit ab-wechselnden Theniata eingeführt, der sich so ziemlich bis zumBeginn der Neuzeit erhalten hat.
Nach Schluß der Semester zogen sämtliche Talmndlehrer mitihren zahlreichen Jüngern zu den polnischen Hauptmessen, im Sommer
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