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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

fielen Jsserles' Nachträge und Ergänzungen erschwerend ans. SeineEntscheidungen fanden allsogleich völlige Anerkennung und bildenbis auf den heutigen Tag für die deutschen und Polnischen Juden und was dazu gehört die religiöse Norm, das offizielle Juden-tum. Man kann nicht gerade sagen, daß er dadurch noch mehr zurVerknöcherung desselben beigetragen hat; denn diese Erschwerungenhat er nicht erfunden und eingeführt, sondern festgehalten und ab-geschlossen; er war nur dem allgemeinen Zuge gefolgt. Hätte sieJsserles nicht in den Religionskodex gebracht, so würde es einanderer getan haben, wie denn auch einer seiner Jünger, Mar-docha't Jafa, einen ähnlichen Abschluß anlegte.

Jsserles hatte indes auch regen Sinn für anderweitige außer-talmudische Fächer, zunächst für Astronomie; er arbeitete einen Kom-mentar zu Frohbachs astronomischem Werke (Nlisorioa,)r) aus. EineNeigung hatte er auch zur Philosophie und beschäftigte sich mit ihr,so weit sie ihm aus hebräischen Schriften zugänglich war; MaimunisFührer" war auch sein Führer. Dafür mußte er sich eine derbeAbfertigung von Seiten des stolz redenden Salomo Lurja gefallenlassen, der etwas gegen ihn persönlich oder als Jünger derSchachnaschen Schule hatte. Lurja sagte oder schrieb ihm, daß ersich den Schlingen der Verderbnis so unvorsichtig näherte und einböses Beispiel gäbe, er möge lieber sich befleißigen, Sprachschnitzerim hebräischen Stile zu vermeiden. Jsserles mußte sich rechtfertigen,daß er die Philosophie, Gott behüte, nicht von den Griechen inihrer Sprache gelernt habe, sondern ans den Schriften rechtgläubigerJuden?) Er verfaßte eine Art philosophische Schrift^), eine Sym-bolisierung des Tempels, der Tempelgeräte und der Ritualien, die,so geschmacklos und albern sie uns auch vorkommt, im Geschmackeher Zeit war, und dem gebildeten Asarja der Rvssi sehr gefallenc>at. Der Kabbala war Jsserles nicht besonders hold?) Indessenwar ihre Zugkraft in dieser Zeit so stark, daß auch er sich ihr nichtentziehen konnte; auch er verfaßte einen Kommentar zum Sohar.Für Geschichte war Jsserles auch nicht ohne Sinn, und sobald ihmZacutos Chronik (lloolmsin) zu Händen gekommen war, brachte erAnmerkungen und Ergänzungen dazu an^), wie es seine Art war.

Durch sein Interesse an der Geschichte regte Jsserles einenseiner Jünger an, sich ernstlich damit zu beschäftigen. David

r) Siehe die Bibliographien.

") Lesxx. Jsserles, Nr. 6 fg. Vergl. auch seine Anmerkung zu Jochasingegen Ende. omn, gedruckt 1570, noch bei seinem Leben.

Das. III, 4; Lespx. Nr. 6.

b) Gedruckt Krakau 158081 mit Weglassung der Stelle, die den Soharverdächtigt.