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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

weil sie den Zweck hatte, Kopfgeld von ihnen zu erheben, wobeidie Juden ein Interesse hatten, ihre Zahl geringer anzugeben4)Allzugroß war ihre Zahl nicht. Die Posener Gemeinde zahlte da-mals 3000 Mitglieder, die in achtzig Häusern wohnten 2 ), und Wohlebenso viel die K r a k a n e r , - oder vielmehr die in der VorstadtKasimierz Wohnenden, wohin sie früher ansgewiesen waren.Die drittgrößte Gemeinde war L u b l i in Steuern hatten sie vielzu zahlen unter verschiedenen Titeln. Dazu wurden sie ja im Landeausgenommen, geduldet und von den Königen und den: Adel ge-schützt. Sie waren so ziemlich die einzigen, welche in dem geld-armen Lande Geld besaßen. Daher begünstigten die Könige ihreHandelsunternehmnngen. Als Sigismund August bald nachseiner Thronbesteigung mit dein russischen Großfürsten oder ZarenIwan IV. (der Grausame genannt) Unterhandlungen wegen Ver-längerung des Friedens Pflog, stellte er die Bedingung, daß dieLitauischen Juden, wie früher, freie Handelsgeschäfte in Rußlandmachen dürften. Allein Iwan schlug diese Bedingung rund ab;er wollte keine Juden in seinem Lande sehen.Wir wollen dieseMenschen nicht, welche Gift für Leib und Seele zu uns gebracht;sie haben tödliche Kräuter bei uns verkauft und unfern Herrn undHeiland gelästert."^) Es hatte sich nämlich etwa siebzig Jahre vorhereine jüdische Sekte in Nowgorod durch einen Juden Zacharias(Scharja) gebildet, welcher auch Popen, ein MetropolitanZ 0 sima , die Fürstin Helena, Schwiegertochter des Großfürstenvon Litauen, und mehrere aus dem Volke anhingen. Diesejudaisierende Sekte hielt sich bis zum Anfang des sechzehnten Jahr-hunderts; ihre Anhänger wurden aber, wenn entdeckt, streng ver-folgt.^) Daher'wurden die Juden in Rußland gar nicht geduldet.Der König Sigismund August war indes trotz seiner gelehrten Bil-dung, die er sich im Auslands mit den fremden Sprachen angeeignethatte, ebenso unselbständig wie sein Vater und daher Einflüssen desAugenblickes zugänglich. Nach seiner Thronbesteigung bestätigte erdie Privilegien seines Großvaters Kasimir IV?) Er verkehrte mitden Dissidenten und selbst mit den christlichen Sektierern, welchevon Katholiken und Protestanten in gleicher Weise verdammt wurden.Und dennoch duldete er die Jesuiten im Lande, welche durch ihreVerfolgungssucht dem Lande zwar den katholischen Charakter aus-geprägt haben, aber seine Freiheit und Macht untergruben.

0 Schätzung von 145153 das. bei Oaeki p. 80. Vgl. Sterilberg S. 144.

") lullrassewics bei Perles das. S. 20. Schätzung vom Jahre 1549.

si Karamsin, Geschichte des russischen Reichs, deutsche Übersetz., VII S. 281vom Jahre 1549. si Das. VI, S. 153 fg.

°h Bei Sternberg 138, bei Perles 144.