Die Juden in Pvlen.
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an den König das wunderliche Gesuch, er svlle das von deinKanzler Szydlowiezki im Namen des Königs streng gehandhabtegerechte Gesetz, daß Mörder eines Juden mit dem Tode bestrastund auch nur ein Auflauf zur Zerstörung des Eigentums der Judenmit einer hohen Geldstrafe geahndet werden sollte, zu ihren Gunstenaufheben. lind Sigismund war so kopflos, das Gesuch so weitzu genehmigen, daß er das Gesetz bis auf seine Rückkehr suspendiertemit der eitlen Warnung, daß die Bürger die Juden vor Unbildenschützen und ihre Privilegien achten sollten.*)
Die katholische Geistlichkeit war anderseits erbittert darüber,daß die Juden in Polen sich von dem schändenden Abzeichen zubefreien gewußt hatten und sich in die Landestracht kleideten. Siehetzte so lange, bis die Landboten auf einem Reichstage einen Ge-setzesantrag stellten, daß die Juden durch eine schwere Strafe ge-zwungen werden sollten, wenn nicht auf Reisen, eine gelbe Kopf-bedeckung zu tragen?) Um allen Anklagen zu begegnen, arbeitetenpolnische Juden oder ließen eine Verteidigungsschrift in lateinischerSprache ausarbeiten, worin sie auseinandersetzten, daß die Glaubens-ansichten sich änderten, und was heute Frömmigkeit sei, morgen alsWahn (in der Zeit der Reformation) gelte. Daher sollten sich dieMenschen nicht um des Glaubens willen verfolgen. Tie Judenmachten durch den Handel den Ertrag des Bodens fruchtbar undverschafften dadurch dem Lande Geld, weit entfernt es ihm zuentziehen. Es gäbe in Polen allerdings 3200 jüdische Kaufleuteauf 500 polnische, aber dreimal so viel Handwerker. Wenn diechristlichen Knusleute nicht so verschwenderisch lebten und ihre Warenebenso billig wie die Inden verkauften, würden sie ebenso vieleKunden haben. In dieser Schrift protestierten die Juden auchgegen die Verfügung der christlichen Geistlichkeit, welche sie meistern und.ihre neugebauten Synagogen nach kanonischer Anmaßung abbrechen,lassen wollte. Sie erklärten, daß sie der königlichen Autorität alleinunterworfen wären, unter deren Schutz sie ins Land gekommenwären und es bewohnten?) Es war damals die Zeit der Streit-schriften, wodurch alle Welt auf die öffentliche Meinung einwirkenwollte. Die Verteidigung hat ihre Feinde nicht entwaffnet, nochhaben die vielfachen Anklagen ihnen wesentlich geschadet.
Über die Zahl der Juden in Polen in dieser Zeit liegt keinerleiSchätzung vor. Es sollen damals 200000 Männer und Frauen dortgelebt haben, obwohl eine Zählung nur 16509 herausgebracht hat,
*) Bei Sternbcrg, Geschichte der I. in Polen 130 f. Note, vom Jahr 1536.
*) Das. S. 135. Note, vom Jahre 1538.
2) ^ä qnsrslam inereawrnm Liraeovieinüam resiionsum .Inäasornm äs.mereatura 1530 bei Oraolci x. 84.