Zwölftes Kapitel.
Tie Juden in Polen.
Lage der Juden in Polen; die judenfcindlichen deutschen Zuuftkolonien. Zahlder Juden Polens. Ihre Beteiligung an den Wissenschaften. Das Tal-inudstudium. Schalom Schachna, Salomo Lnrja und Mose Jsserles, erstedrei rabbinische Größen Polens. David Gans' Geschichtswerk. Suprematieder polnischen Rabbinc», talmudische Atmosphäre. Die Wahlkönige, Heinrichvon Anjou feindselig gegen die Juden. Stephan Bathori und Sigismund III.judenfreundlich. Die jüdisch-polnischen Synoden. Mardochak Jafa undFalk Kohen. Die Reformation in Polen, die Antitrinitarier, Simon Budnyund Martin Seidel. Disputation zwischen Juden und polnischen Dissidenten.Jakob von Belzyce und der Kartier Isaak Troki. Das polemische Werk6Iiis::lr Lmnna,.
( 1566 — 1600 .)
Polen, in diesen: Jahrhunderte durch Vereinigung mit Litauenunter den Söhnen Kasimirs IV. eine Großmacht geworden, war soziemlich wie die Türkei ein Asyl für alle Geächtete, Verfolgte undGehetzte. Das kanonische verfolgungssüchtige Christentum hatte dortnoch keine festen Wurzeln geschlagen, und auch die monarchische Des-potie mit ihrem von Priestern genährten Eigensinn, alles rücksichtslosdurchzusetzen, konnte bei dem Unabhängigkeitssinn des polnischenGroß- und Kleinadels nicht durchdringen. Die Starosten durftenauf ihrem Gebiete wie die englischen und schottischen Lords undLairds unumschränkt herrschen und königliche Eingriffe abwehren.Das informatorische Bekenntnis, namentlich Calvins Lehre, fandunter dem Adel und der Bürgerschaft Eingang, wie sich früher diehussitische Opposition gegen den Katholizismus auch daselbst behauptethatte. Polen war daher auch in diesem Jahrhunderte wieder einzweites Babylonien für die Juden, wo sie in: ganzen und großenvor blutigen Verfolgungen geschützt waren, einige von ihnen es zueiner gewissen Stellung bringen konnten und sie ihre Eigenart un-gehemmt entfalten durften^) Als die Juden aus Böhmen aus-
ft dirnelck, o 2z'<Iaeli p. 14. I. M. Zünz, Geschichte der Krakauer Rabbinate(p-wn i>p) Berichtigungen S- 14, (o. S. ö8f.>.