Tie Juden in Polen.
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gewiesen worden waren und sich nach Polen gewendet hatten,wurden sie wohlwollend ausgenommen?) Ja, es wurde so hoherWert auf sie gelegt, daß man sie gar nicht entbehren zu könnenvermeinte. Als viele derselben, angelockt von der günstigen Stellungihrer Stammgenossen in der Türkei, sich anschickten, dahin auszu-wandern, bot der Palatin von Krakau im Namen des Königs alleMittel auf, um sie freiwillig oder gezwungen im Lande zu be-halten^), wahrend in Deutschland Herren und Städte keine andereSorge zu haben schienen, als wie sie sich der Juden entledigen könnten.'Allerdings waren sie in Polen fast unentbehrlich. Sie hatten diePacht von den Salzbergwerken, von den Zöllen und Brauereieninne, weil sie durch Fleiß und Sparsamkeit und auch durch Findig-keit Barschaft besaßen, welche sie dein nur auf das Waffenhandwerkund politische Intrigen bedachten Groß- und Kleinadel als Vor-schüsse vorzustrecken imstande waren. Es kam nicht viel darauf an,wie sich die Könige zu ihnen verhielten, ob sie ihnen gewogen oderübelwollend gesinnt waren, der Adel schützte sie meistens auf seinenGütern gegen feindselige Anfalle, insofern sein Interesse dabei nichtgeschädigt wurde. Die letzten jagellonischen Könige Sigismund I.(1506—1548) und Sigismund August (1548—1572) hatten wedereine entschiedene Abneigung gegen, noch Zuneigung für die Inden,wie sie denn überhaupt keine entschiedenen Charaktere waren,sondern die Regiernngsangelegenheiten nach Gunst, augenblicklichemEinfluß oder nach Stimmung und Lärme entschieden. Begünsti-gungen und Beschränkungen der Juden wechselten unter dieser:beiden Königen miteinander ab, je nachdem eine jndenfreundlicheoder judenfeindliche Persönlichkeit ans sie einwirkte.
Nach dem Tode des einsichtsvollen Kanzlers ChristophSzydlowiezki begannen allerdings unter Sigismund I.Quälereien für die Juden. Die geldgeizige Königin Bona^) be-diente sich eines gesinnungslosen Woiwoden, Piotr Kmita,um von den Juden Geld zu erpressen, und zwar durch Androhungoder Erlaß von Beschränkungen für sie. Es ist charakteristisch für
*) Zünz das.
h Ad. Kraushaar, I1i8toria 2^äacb II. 188 fg. Zünz das.
h Über die Königin Bona s. Responscn Salomo Lurja Nr. 35 vom Jahre1517 und über Kmita 6raeki, Hokgirava o /sz'äaeli n. 82 Note, auch x. 81.Note m. Imlaeos äsnlninabat (liniita) eomrnotis et oonoitatis in eoselamoribu8 nnntiormn terrestriuin, vel ml restring'snäani si8 insreaturaslieentiaiu, vel aä kutura inbibenäa . . . Aä base avsrtsnäa änäaei eollata.in commune peennia, ei munsra otlsrsbaut. llaec eaäem ratione msres.-tores 6raeovie»8S8 emnlAsbat propo8ito, ac promulKato rumore äs xer-inittsnäa ex totius 0onvsntU8 äscreto libera äuäaeis omni8 Keneriü merca-tura.