Ende der günstigen Lage der Juden in der Türkei. 409
kein Heilmittel kannten. Dafür, daß sie ihn bis zur Genesungpflegte, wurde sie reichlich belohnt. Aus Dankbarkeit wurde ihrSohn an den Dogen Griinani in Venedig, wohin er eine Reiseantrat, warm empfohlen und dort wie sein Vater mit Ehrenempfangen (1603) H. Allein solche Gunstbezeugungen gegen Indenwurden auch in der Türkei immer seltener und hörten endlich ganzauf, je mehr das Reich erschlaffte, die Sultane Sardanapale wurden,und einerseits der Harem und anderseits die Prätorianer der Sipahisund der Janitscharen das Regiment führten. Der Glanz der türki-schen Juden erlosch wie ein Meteor und verwandelte sich auch dain dunkle Nacht, die nur noch von Zeit zu Zeit verzerrte Traum-bilder zum Vorschein brachte. Erpressungen, Plünderungen, offen-kundige Gewalttätigkeiten der Paschas gegen die Inden der Provinzenfingen an, alltäglich zu werden, seitdem sie eines kräftigen Schutzesin der Nähe des Sultans entbehrten.-) Ter Mittelpunkt für dieJudenheit wurde seitdem nach einem andern Schauplatze verschoben.
*) Fortsetzung von Joseph Kohen Lmeb Im-Itaelm Ende; v. Hammer das.IV, S. 354. In der hebräischen Quelle ist aber das Datum 1602 in Ende 1603und der Name Mohammed in Achmed zu berichtigen. Vergl. Note 8.
H Vergl. Israel Nagara über Bedruckungen in Safet und Damaskus '2mrv in seiner Liedersammluug p. 159; über solche in Jerusalem s.