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Geschichte der Juden.
den Altar anfstellteU) Später war unter den babylonischen jüdischenGemeinden der Brauch aufgekommen, solche Zweige in die Handzu nehmen, damit zu schütteln und sie zu entblättern. Joseph Karowagte noch nicht in seinem Kodex, diesem Tage eine höhere, mystisch-religiöse Weihe zu geben. Erst die Lurjanische Richtung erhob ihnauf Grund des Sohar zu einein Versöhnungstage im kleinen, machteeine Vorschrift, die Nacht vorher mystische Wache zu halten, erblicktein jedem Blättchen des Weidenzweiges und in dem siebenmaligenUmkreisen der Gesetzrolle eine höhere mystische Beziehung. DieLurjanische Kabbala legte ferner den Frommen einen förmlichenGewissenszwang auf, sich mit ihr zu beschäftigen und zu befreunden.Wer solches unterließe, dekretierte sie, dessen Seele müsse so langedurch verschiedene Körper wandern, bis sie es sich angeeignet hätte.Auch in sittlicher Beziehung wirkte die Lurjanische Mystik verderblich.Sie stellte eine Art Seelenharmonie für die Ehe auf; eine solche,natürlich nicht gerade eine poetische, sondern eine mystisch geartete,fände sich selten vor. Wo sich daher Mißhelligkeit in der Ehe zeige,sei sie eben keine von der Sefirotharmonie vorherbestimmte Ver-einigung. Die Kabbalisten — und wer war es nicht? — pflegtensich daher bei dem geringsten Zerwürfnis in ihrer Ehe von ihrenFrauen zu scheiden, um die harmonische, ihnen durch Vorherbestim-mung zugedachte Hälfte zu suchen. Ehescheidungen kamen daher imKabbalistenkreise häufiger vor. Nicht selten verließen Kabbalistenihre Weiber und Kinder im Abendlande, zogen nach dem Morgen-lande und gingen dort eine oder mehrere neue Ehen ein, ohne daßdie Kinder aus den verschiedenen Ehen etwas voneinander wußten.
Diese verderblichen kabbalistischen Lehren blieben nicht etwatoter Buchstabe, sondern wurden von den Anhängern sofort in diePraxis umgesetzt. Die Anhänger derselben trugen gar eine Artkabbalistischen Kodex zusammen^), nach welchem sie ihr religiösesLeben regelten. Die Gräberverehrung in Palästina stieg durch Lurjanoch viel höher, bis zum wahnsinnigen Rausche. Es ivar seit langerZeit Sitte, am achtzehnten Jjar (im Mai) das angebliche Grab desSimon den Jochat in Me'tron zu besuchen und dort kostbare Gegen-stände, selbst wertvolle Kaschmirschals zu verbrennen. Es beteiligtensich dabei Frauen, Kinder und auch Mohammedaner, wobei es lustighergegangen und mancher unsittliche Unfug getrieben worden sein soll.Die Kabbalisten aus der Lurjanischen Schule wollten aber etwas vor
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°) >"28 -, 2 >> öfter gedruckt, zuerst Krakau, dann Frankfurt a. d.
O. 1691.