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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Auswüchse der Lurjanische,: Mystik. 403

stock au. Man dürfe keine Tauben im Hause aufziehen; das bringeden Kindern den Tod; inan dürfe ein Haus, das man einmal be-wohnt habe, erst nach Ablauf von siebeil Jahreil wieder beziehen?)Man dürfe nicht zwei Kleidungsstücke nüt einem male ausziehen.Überhaupt gab die Lurjanische Kabbala eine ins Lächerliche gehende,skrupulöse Vorschrift für An- und Ausziehen der Kleider an?)

Wohl hat die Lurjanische Mystik Wert auf ei,len Umstand ge-legt, der im jüdischen Kreise sonderbarerweise vermißt wurde, aufAndacht beim Gebete, aber auch diese Andacht artete in eine kabbalistischeSpielerei aus. Jedes Wort und jede Silbe in den Gebetstückensollte andächtig erwogen werden, um dabei an die Sefirotwelten,an die Zahl der Gottesnamen, die darin versteckt seien, und anvieles andere zu denken?) Wohl schärfte die Lurjanische Kabbalaeine heitere Stimmung ein und verpönte jeden Trübsinn und jedesAufwallen des Zornes und des Unmuts. Aber diese Heiterkeit hatdurch den mystischen Beisatz etwas Beklemmendes und Unheimlicheserhalten, wie das Lachen eines Wahnwitzigeil. Den Mittelpunktder Lurjanischen Kabbala bildet der Sabbat, die Gebete und Mahl-zeiten an demselben. Er galt als Versichtbarung der Sefirotwelten,als die Verkörperung der Gottheit lSolisobina) in der Zeitlichkeit;sie nannte ihn den Äpfelgarten <0bnlra1 Dapxnobin). JedesTun und Lassen an demselben wirke auf die höhere Welt ein. Miteinem Singsang eröffnete der Lurjanische Kreis den Sabbat,diemystische Braut". Lurja hatte zu diesem Zwecke chaldäische Liedergedichtet voll dunkler sinnloser Formeln. Den Knotenpunkt desSabbats bildeten die Nachmittagsandacht und Nachmittagsmahlzeit(Uinelm) bis zum Ausgang des Sabbats,die Abschiedsstunde derBraut". Das Zählen der Tage vom Passahfeste bis zum Wochen-seste, nach dem Talmud lediglich eine skrupulöse Formalität, umgabdie Lurjanische Kabbala mit einem eigenen mystischen Qualm?)Joseph Karo, so sehr er auch Kabbalist war, hatte in seinen: Kodexangemerkt, man solle das opferähnliche Umschlagen von Geflügelam Rüsttag des Versöhnungstages vermeiden. Isaak Lurja dagegenund seine Schule steigerten diesen abergläubischen Brauch zu einen:hohen religiösen Akt und gaben mannigfaltige Vorschriften darüber.Die Lurjanische Kabbala führte gar eine Art zweiten Versöhnungs-tags ein. Ter Hosiannatag, der siebente Tag des Hüttenfestes, galtin der älter,: Zeit als ein Freudentag, an den: inan Bachweiden-zweige, Symbol des Wassers und der Fruchtbarkeit, in: Tempel um

y (UlKulim a. a. O.

In verschiedenen Lurjanschen und Vitalschcn Schriften.

Der größte Teil des Abschnittes ist diesem Thema gewidmet.

^) Alles in den onw oder -»n -in enthalten.