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Geschichte der Juden.
kurz vor Eintritt des Sabbats, versammelte Lurja seinen Jünger-kreis, führte ihn, Sabbatlieder singend, ins Freie und richtete anihn die Frage: „Wollt ihr, daß wir nach Jerusalem ziehen und denSabbat dort feiern?" (Tie Entfernung von Safet bis dahin beträgtetwa 25 Meilen.) Tie Jünger waren bereits Lurja so sehr ergeben,daß sie auf sein Geheiß sich auch über die Sabbatheiligkeit hinweg-gesetzt hätten. Er aber hatte es in Verzückung gesprochen, imWahne, daß in diesem Augenblicke der Messias in Jerusalem auf-treten werde. Einige Jünger hatten bedächtig geantwortet: „Wirwollen zuerst unsere Frauen von unserer plötzlichen Reise in Kenntnissetzen." Lurja bemerkte darauf, daß sie durch diese Bedächtigkeitdas Erscheinen des Messias wieder hinausgeschobeu hätten?) Nochbei seiner Lebenszeit war die Gläubigkeit geschäftig, die erstaunlichstenWunder von ihm zu erfinden, daß er sogar Tote erweckt habe. Eswar auch ihm zu Ohren gekommen, und er war ehrlich genug, zuerklären, daß an diesem Märchen kein wahres Wort sei?)
Indessen machten sich auch Bedenken gegen die nicht harmloseSchwärmerei Lurjas und der Lurjanisten geltend. Es gab doch nochimmer einige, wenn auch sehr wenige, welche die Berechtigung derKabbala überhaupt nicht anerkannten?) Der hundertjährige Greis,David Jbn-Abi-Simra, Lurjas Lehrer, in Safet zurückgezogenlebend, soll ihn gewarnt haben, solche tiefe und gefährliche Geheim-nisse wie alltägliches Dinge zu behandeln?) Joseph Karo, dererste Rabbiner von Safet, der sich mit einer gewissen Eifersüchteleivon diesem Kabbalisten überflügelt sah, stellte ihn nicht sehr hoch?)Ein Mann in Safet hatte sogar den Mut, Lurja ins Gesicht zusagen, er halte nichts von allen diesen kabbalistischen Extravaganzen?)Die Jünger Cordueros machten kein besonderes Wesen aus Lurja?)Selbst unter seinen Jüngern hegte mancher in nüchternen Augen-blicken Unglauben au diese glühende Schwärmerei?) Lurja wargenötigt, einen seiner^Jünger, Elia Falco, auszustoßen. Über-haupt gaben seine Jünger kein Beispiel messianischer Einträchtigkeit.Trotzdem sie ihr Meister wiederholentlich zum friedlichen Zusammen-leben und Zusammenwirken ermahnte — wodurch ihre Seelen ineins zusammenwachsen würden — hatten sie öfter Reibungen mit-einander; jeder wollte der erste im Himmelreiche sein. Namentlich
h Diese Anekdote bei Schlompel p. 38 d. halte ich für echt.
S. Note 9. h Corduero -nn, Abschn. I.
Z Asulai s. v. Isaak Lurja. ^) S. Note 9.
Vital, UilZ'nlim p. 36 o.
? Elia da Vidas, der sein rrorr, r>w'ni nach Lurjas Tod geschrieben, zitiertihn hin und wieder, aber keineswegs als außerordentliche Erscheinung.
°) S. Note 9.