Isaak Lurja und seine Jünger.
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umschwärmt; jüngere und ältere Kabbalisten kamen, um auf dieneue Offenbarung zu lauschen. Mehrere Jünger schlossen sich ihman, und er teilte ihnen die Ausgeburten seines wirren Kopfes mit,gab jedem an, welche adamitische Urseele ihm innewohne, welcheWanderungen sie vor ihrem gegenwärtigen Leibesleben durchgemacht,welche Aufgabe jeder hinieden habe, um die durch Adams Fall ver-letzte höhere Welt der Sefirot wieder herzustellen und so die Gnaden-zeit fördern zu helfen. An der Wahrheit der Mitteilungen zuzweifeln, fiel den ohnehin in kabbalistischem Dusel Befangenen garnicht ein. Es schmeichelte den sich ihm Anschließenden außerordent-lich, zu hören und verbreitet zu wissen, daß die Seele dieser oderjener biblischen Persönlichkeit, dieses oder jenes talmudischen Weisenin ihnen wiedergeboren sei. Von den Jüngern, die sich um Lurjagesammelt hatten, bildete er zwei Klassen, Eingeweihte undNovizen?)
Kabbalistische Unterredungen und Aufzeichnungen, Geistersehereiund Beschwörungen bildeten die Tätigkeit Lurjas und seines Kreises.Oster begab er sich mit ihnen nach dem nahe gelegenen Me'iron, derangeblichen Grabstätte Simon ben Jochais, und wies einem jedenvon ihnen einen Platz an und zwar dieselben Plätze, welche die imSohar aufgezählten Jünger Ben-Jochais eingenommen haben sollen(die nie existiert haben). Lurja fand in der wundersüchtigen Zeitund in der wundersüchtigen Gegend einen erstaunlichen Anklang. Eswar ihm bereits gelungen, eine eigene kabbalistische Gemeinde ausseinen Jüngern und deren Familien zu bilden, welche einen eigenengeschlossenen Hof einnahm und sich von der Hauptgemeinde fern-hielt?) Kurz, Lurja stand auf dem Sprunge, eine neue jüdischeSekte zu bildeu. Am Sabbat kleidete er sich weiß, der Farbe derGnade, und trug eiu vierfaches Gewaud, um den vierbuchstabigenGottesnamen darzustellen, lauter Spielereien?)
Der Hintergrund aller seiner Offenbarungen und Tätigkeitenwar, daß er der Messias vom Stamme Joseph, der Vorläufer desDavidischen Messias, sei. Dieses deutete er indes seinen Jüngernnur verstohlen an. Sein Wahn war, die messianische Zeit habemit dem Beginne der zweiten Hälfte des zweiten Tausendtages seitder Tempelzerstörung begonnen?) Aus diesem Grunde hielt er sichfür berechtigt, die svharistischen Geheimnisse zu veröffentlichen —weil die Gnadenzeit nahe sei. Eines Tages, an einem Freitag,
h S. Note 9.
°) Schlomels Sendschreiben, a. a. O. p. 46 a.
h Lurjas UiubaZiin, p. 4b, 5b.
S. Einl. zu Vitals w-n px. Die Berechnung war: 1 Tag — lovO Jahre,'/s Tag — 500 Jahre seit der Teinpelzerstörung, also 1500 -s- 68 — 1568.