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Geschichte der Juden.
diente. Von dieser mystischen Kunst wandte er sich Lurjns Kabbalazu. Man weiß nicht, wer bon diesen beiden den andern ausgesuchthat, und ob es wahr ist, was die Verehrer derselben erzählen, Lurjahabe auf Vitals Stirn gelesen, daß dieser eine ganz besonders aus-erwählte Seele aus dem reinsten Seelenäther besäße, die nicht ein-mal von der adamitischen Erbsünde befleckt worden sei, und daß ernur seinetwegen von Ägypten nach Safet ausgewandert sei, oderob Vital zuerst sich zu Lurja begeben habe, um ihn chber dessenneue Kabbala auszuforschen. Gewiß ist es, daß beide, ohne es zuwollen, einander betrogen haben. Lurja, von Vitals Zügen undabenteuerlichem Wesen getäuscht, hegte von ihm die Hoffnung, erwerde sein messianisches Erlösungswerk vollenden helfen, und dieserwiederum wurde von jenen: in die Täuschung gewiegt, er sei zueiner großen Sendschaft berufen. Auf den Hellei: Spiegel desTiberiassees warfen wieder zwei Gestaltei: einen Schatten, der be-stimmt schien, manch Hellen Geistesspiegel Jahrhunderte hindurch zutrüben. Als der Nachen, der sie schaukelte, gegenüber den: Fenstereiner Synagoge war, eröffnete Lurja seinem neu gewonnenen Jüngerzuerst seine kabbalistischen Geheimnisse, er fand ihr: erst da würdigdazu, weil er von der Mirjam quelle getrunken?) Seit dieserZeit waren der in den dreißiger Jahren stehende Geheimlehrer ausKairo und der um einige Jahre jüngere Novize aus Jtalieu sounzertrennlich, daß sie in den Überlieferungen nur eine einzige Er-scheinung bilden. Sie suchten zusammen Einöden und Gräber, nament-lich das Grab des Simon ben Jocha'l, des erdichteten Urhebers desSohar, in Me'lron auf. Es war der Lieblingsplatz Lurjas, weil erda den Geist dieses vermeintlichen Urmystikers auf sich herabziehenzu können vermeinte. Hin und wieder sandte Lurja seinen Jüngeraus, Geisterbeschwörungen vorzunehmen und überlieferte ihm dazugewisse Formeln aus versetzten Buchstaben der Gottesnamen?) Nattir-lich flohen böse Geister vor Vitals Anblick, gute Geister schlossen sichihm an und teilte:: ihm Geheimnisse mit.
Vital war es nun, der von der außerordentlichen, ^fast gött-lichen Begabung seines Meisters, von dessen Macht über die ab-geschiedenen und lebenden Seelen, von dessen Eingedrungenheit indie soharistische Geheimlehre und von dessen Erlösungsplan, dieMenschen durch genaue Bezeichnung ihrer Fehltritte und Sündenzur Besserung zu führen, großsprecherischen Lärm schlugt) und, wiees scheint, mit künstlicher Berechnung auf Effekt und Marktschreierei.Der zuerst vereinsamte Lurja sah sich mit einen: Male von Besuchern
') OilZ'uliw, Ende.
9 Viele Stellen in der Selbstbiographie und bei Schlomel, Sendschreiben
0) Vital, Selbstbiographie p. 2 b.