Josephs von Naxos Verholten gegenüber den Robbinen. 383
nach rabbinischen Gesetzen gar nicht mehr aufgehoben werden, zumalmehrere Robbinen, die sich an dem Bannspruche beteiligt hotten,bereits dohingeschieden waren. Nichtsdestoweniger verlangte Josephvon Naxos namentlich von den konstontinopolitanischen Rabbinen,daß sie Daud vom Banne lösen sollten; er hatte ihnen bei etwaigeinWiderspruche nicht nur mit Entziehung seiner Unterstützung, sondernauch mit seiner Ungnade gedroht. Indessen gab den Rabbinen ihreSittlichkeit und Religiosität Selbständigkeit genug, sich von dem kleinenTyrannen nicht einschüchtern zu lassen. Gerade der von Josephunterstützte greise Rabbiner Joseph Jbn-Lab versagte seine Zu-stimmung zur Aufhebung des Bannes, und mit ihm stimmten seinganzes Kollegium, ferner die Rabbinate von Ägypten, Alexandrienund Salonichi, welche um Gutachten angegangen waren. Nur zweiRabbinen Konstantinopels sprachen sich im Sinne von Joseph vonNaxos aus, Elia ben Chajim und Jehuda Algasi?)
Die so überaus günstige Lage der Juden in der Türkei währendeines ziemlich langen Zeitraums hatte also keine nachhaltig günstigeErhebung zur Folge. Sie erzeugte keinen einzigen Kraftgeist, welcherbefruchtende Gedanken für die Zukunft aus sich heraus geholt undden Mittelmäßigen eine neue Richtung vorgezeichnet hätte, allenfallsmit Ausnahme des Asarja der Rosst. Nicht ein einziger der damalslebeirden Führer der Gemeinden ragte über das Maß eines All-tagsmenschen hinaus. Die Rabbinen und Prediger waren grund-gelehrt in ihrem Fache, wandelten aber durchweg in ausgesahrenenGleisen, ohne auch nur auf ihrem eigerren Gebiet eine neue Seitehervorzukehren oder eine Leistung besonderer Art zu hrnterlassen.Nur ein einziger Rabbiner hat ein epochemachendes Werk der Zu-kunft überliefert, das noch heute seine, wie wohl bestrittene, Geltunghat; aber dieser hat damit nicht etwas Neues oder Ursprünglichesgeleistet. Joseph Karo, erster Rabbiner der palästinensischen StadtSafet, der Lehrling Molchos in der Mystik (o. S. 226), der JüngerBerabs und der Geisterseher (o. S. 285 f.) hat nach langjährigemFleiße ein neues religiöses Gesetzbuch (Loliulelmn ^ruob) vollendet?)Religiöser Drang, kabbalistische Schwärmerei und Ehrgeiz hattengleichen Anteil an diesem Werke. Joseph Karo hätte nämlich noch
h Rs8px. Elia b. Chajim ll'll Nr. 55, 56. In der letzten Nummerwird angedeutet, daß Joseph von Naxos die Rabbinen gezwungen hat, ihmdienstwillig zu sein: m.n wr-u (u'LM pi) nem mp? rn eu pv ^21
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h Zuerst erschienen in zwei Ausgaben mit verschiedener Schrift, Venedig1587, dann bis 1598 — in 30 Jahren — 7 neue Auflagen; vergleiche dieBibliographen.