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Geschichte der Juden.
beim Prinzen Selim und auch beim Sultan Suleiman stand, ließ ersich von ihnen die Trümmer der Stadt Liberias und sieben Dörferdazu schenken, um sie in einen kleinen jüdischen Staat zu verwandeln.Nur Juden sollten darin wohnen. Joseph von Naxos sandte einenseiner Agenten dahin, den Neubau von Liberias zu leiten, Josephben Ardut, der von Selim 60 Aspern (!?/§ Dukaten) täglich er-hielt. Tie Reichtümer der Dona Gracia wurden besonders dazuverwendet. Ter türkische Prinz gab dem Pascha von Syrien dengemessenen Befehl, den Bau mit allen Mitteln zu fördern. Diearabischen Dorfbewohner der Umgegend wurden gezwungen, Fron-dienste dabei zu leisten. Sie taten es aber nur mit Widerstreben,weil die Mohammedaner eine Überlieferung hatten, wenn Liberiaserbaut werden würde, so würde das Judentum über die übrigenReligionen obsiegen, und der Islam würde untergehen. Bei diesemUnternehmen rief ein alter Mohammedaner diesen Wahnglaubenwieder, wach und machte die mohammedanischen Arbeiter gegen denBau aufsässig. Ter Pascha von Damaskus mußte einschreitenund an zwei widerspenstigen Arbeitern türkische Justiz üben, bissich die übrigen zur Arbeit verstanden. In einein Jahre war dieStadt Liberias mit schönen neuen Häusern und Straßen vollendet.Joseph von Naxos wollte daraus eine Fabriksladt machen, welchemit den Venezianern konkurrieren sollte. Er ließ dort Maulbeer-bäume für die Zucht von Seidenraupen pflanzen und Gespinstevon Seidenstoffen anlegen; er ließ auch feine Wolle aus Spanienkommen, nur dort feine Tuche weben zu lassen?)
Joseph von Naxos hatte einen Aufruf an die Jndenheit er-lassen ?), daß die von der christlichen Liebe Gequälten und BedrücktenRuhe in dem von ihm geschaffenen Asyl Liberias suchen sollen.Praktisch, wie er war, wünschte er aber als Ansiedler Erwerbsfähigeund Handwerker, welche durch Fleiß die jüdische Kolonie zur Blütezu bringen imstande wären, aber nicht Mystiker und Phantasten,welche den Wahn hegten, mit der Wiederherstellung von Liberiaswerde der Anbruch des messianischen Himmelreichs im heiligen Landeeintreten. Ter Aufruf fand selbstverständlich freudigen Anklang.Ganz besonders machten die Juden des Kirchenstaates, welche diejudenfeindliche Brille des Papstes Pius V. zur Verzweiflung gebracht
h Llurrrisre, ^SAoomtion II. p. 736, auch Gratiain, äs bello LH'pro,o. S. 374, Amu.; Joseph Kohen, Linsü p. 227 fg. Der Familien-
name des das. genannten mim oon scheint verschrieben zu sein fürein ost verkommender Name portugiesischer Juden, unter denen es noch jetzteine Familie gibt: Arduto. Ist vielleicht dieser Joseph identisch mit demSekretär Joseph Kohen in der Urkunde o. S. 363?
H Note 6, Ende.