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Geschichte der Juden.
eine Verfolgungsgeschichte wollte Samuel Schulam zusammentrage» i),man weiß nicht, ob er sein Vorhaben ausgeführt hat. Indessendiese Nachtseite der jüdischen Geschichte, das tausendjährige Martyriumdes jüdischen Stammes hat in derselben Zeit ein fähigerer Geschichts-schreiber dargestellt, der bereits greise Joseph Kohen von spanischerAbkunft. Sein „Jammertal" 2) bietet eine lange Reihe düstererAnblicke, Zerfleischuug, Tod, Jammer in allen Gestalten; aber erkonnte doch seine Geschichte mit einer freudigen Erzählung schließen,wie die Veueizaner eifrig dahiuterher waren, den jüdischen Gesandtender Türkei, Salomo Aschkenasi, zu ehren und auszuzeichneu, sei esauch nur aus Politik.
Die glänzende Stellung der Juden in der Türkei in der Gegen-wart führte sie von selbst darauf, sich nach Parallelen in der Ver-gangenheit umzuseheu und sie den damals Lebenden vorzuführen.Niemand war dazu geeigneter als der hinkende Wandersmann IsaakAkrisch, welcher viele Länder gesehen und sich auf Sammlung seltenerSchriften verlegt hatte. Nach vielen Irrfahrten und großem Elendwar er in den sichern Hafen eingelaufen; er wurde von der jüdischenGönnerin der Wissenschaft, Esther Kiera, unterstützt; später war erHausgelehrter des jüdischen Herzogs von Naxos geworden und hatteMuße, seiner Liebhaberei nachzuhängen. Aus seiner Sammlungsuchte er zwei Schriften heraus, deren Inhalt Ähnlichkeit mit derdamaligen Gegenwart hatte, und gab sie unter dein Titel: „Stimmeneines frohen Botschafters" heraus: die Geschichten des ExilarchenBostana't, angeblich aus dem davidischen Hause, der von dem erstenKalifen Omar begünstigt worden und eine Persische Königstochtergeheiratet 4), und den Briefwechsel des jüdischen StaatsmannesChasda'i Jbu-Schaprut in Spanien mit dem jüdischen Chazareu-könig Joseph?)
') Samuel Schulam fügte, weil Zacutos Chronik der Gaoncu gar zudürftig ist, Scheriras historische Sendschreiben hinzu und auch den wertvolle»Bericht des Nathan Kohen Babli über die letzten Gaonen aus einer bisher nochunentdeckt gebliebenen Quelle. Am Schlüsse des Werkes bemerkt er, er habegeflissentlich Zacutos Nachrichten über Beitreibung der Juden aus Spanienweggelassen, weil er die Absicht habe, die Geschichte der Verfolgung vollständigzu geben. Statt Zacutos kurzer, welthistorischer Chronik lieferte Schulam einechronikartige Diadoche der zehn Weltdynastien. Er folgte darin unverkennbarder bistoria vz'nastiarum des Abulfarag Barhebräus. Die türkische Ge-schichte in dieser Partie ist sein eigener Nachtrag. Endlich gab er zum Schlüsseeine hebr. Übersetzung von Josephns' Buche contra ^.piouein.
2) Vergl. o. S. 35b. Das xa:.i schließt mit dem 2t. Tammus 1575.
3) bi.i, gedruckt um 1577, vergl. o. S. 9, Anm. 1, und Note 7, III.
<) Band V S. 113.
-h Das. S. 302.