Salomo ben Nathan Aschkenasi.
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Man kann fast sagen, daß der Divan oder türkische Staatsratunter dem Sultan Selin: aus zwei Parteieu bestand, aus einer ge-heimen christlichen durch den ersten Vezier, und aus einer jüdischen,durch Joseph von Naros vertreten, die einander Schach boten. Mitund neben ihm gab es noch andere Juden, welche, allerdings inuntergeordneter Stellung, Einfluß übten, Männer auf die Würden-träger, Frauen auf die Sultaninnen?) Sultan Selims Gunst fürdie Juden war so offenkundig, daß sich ein Märchen bildete, er seigar ein geborener Jude, der als Kind im Harem statt eines Prinzenuntergeschoben worden?) Selbst der Großvezier Mohammed Sokolli,so sehr er auch ein Feind des Joseph von Naxos und des jüdischenEinflusses war, war darauf angewiesen, sich eines jüdischen Unter-händlers zu bedienen und ihm wichtige diplomatische Aufträge an-zuvertrauen. Der venezianische Botschafter, der eigentlich die ver-schwiegene Aufgabe hatte, den Juden am türkischen Hof entgegenzu arbeiten, trug selbst dazu bei, einen: solchen Einfluß zu ver-schaffen.
Salomo ben Nathan Aschkenasi^), welcher fast drei Jahrzehntedie diplomatischen Angelegenheiten der Türkei mit den christlichenHöfen leitete und Joseph von Naxos später verdrängte, war zurZeit, als dieser eine gewichtige Stimme im Divan hatte, eine un-bekannte Persönlichkeit in Konstantinopel. Aus Udine von einerdeutschen Familie stammend, hal er frühzeitig Reisen gemacht, warnach Polen gekommen und hatte es bis zum ersten Arzte des Königsvon Polen gebracht. Als Untertan der venezianischen Republik stellteer sich bei seiner Übersiedlung nach der türkischen Hauptstadt unterden Schutz der diplomatischen Agenten von Venedig. SalomoAschkenasi verstand Talmud und wurde Rabbi genannt, hatte aberam meisten Sinn und Fähigkeit für feine diplomatische Fäden-spinnerei, für Entwirrung verschlungener Knoten, für Vermittlung,Ausgleichung und Glättung. Als solcher war er bei mehreren veneziani-schen Agenten in Konstantinopel nacheinander, bei Bragadin,Soranzo und Marc-Antonio Barbara sehr beliebt. Dem letzten:diente er beim Ausbruch des cyprischen Krieges als geheimer Agent,leistete ihm bedeutende Dienste und geriet dadurch in manche Gefahr.Noch während des Krieges hatte Barbara um Frieden unterhandelt,und da er selbst in Haft war, führte er Salomo von Udine beidem ersten Dragvman Janus-Bey ein, und dieser empfahl ihn wiederden: Großvezier Mohammed Sokolli?)
9 S. Note 8.
9 v. Hammer das. S- 563; Oliarrisre das. p. 78.
9 S. über ihn Note 8.
9 Dieselbe Note.
Graetz, Geschichte der Juden. IX.
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