Türkisch-venezianischer Krieg.
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Komplimente zu verdecken suchten. Abgesehen von der Mißhand-lung, welche seine Schwiegermutter von der venezianischen Regierungerfahren, hatte sie ihm das Gesuch um freies Geleite durch ihrGebiet für sich und seinen Bruder geradezu abgeschlagen?) Selim,welcher den Venezianern ebenfalls nicht wohlwollte, wurde vonseinem jüdischen Günstlinge öfter aufgestachelt, Venedig den langebestandenen Frieden zu kündigen und die Eroberung der veneziani-schen Insel Cypern zu unternehmen. Trotz der Abneigung, welche dererste Vezier, Mohammed Sokolli, der eine Vorliebe für die Venezianerhegte, gegen den cyprischen Krieg batte, wurde er doch unternommen.Der Sultan soll Joseph das Versprechen gegeben haben, wenn dieEroberung gelingen sollte, werde er ihn zum König von Cypernmachen. Der Herzog von Naxos soll bereits eine Fahne in seinemHause gehalten haben mit der Inschrift: „Joseph, König vonCypern." 2 ) Seine Verbindungen mit Europa erleichterten dieseUnternehmung. Während noch Mohammed Sokolli Schwierigkeitenmachte, einen solchen Seekrieg zuzugeben, kam Joseph die Nachrichtzu, daß das Kriegsarseual von Venedig durch eine Pulverexplosionin die Luft geflogen war. Diesen Augenblick der Verlegenheit fürdie Republik benutzte Joseph und die Partei im Divan, welche erfür den Krieg gewonnen hatte, den Sultan zu bewegen, die Flottesofort auslaufen zu lassen. Im ersten Sturme fiel ein Hauptortvon Cypern, Nikosia, und der andere Famagusta, wurde hartbelagert (1570).
Wie so oft, wurden auch diesmal für das Tun eines einzelnenalle Juden verantwortlich gemacht. Daß die venezianische Regierungsämtliche levantinische, größtenteils jüdische Kaufleute, die sich beimAusbruche des Krieges in Venedig befanden, arme wie reiche, ein-gekerkert und deren Waren eingezogen hat, lag in der damaligenbarbarischen Behandlung des Verkehrs zwischen Staat und Staat.Aber daß der Senat auf Antrag des judenfeindlichen Dogen Luis.Moceuigo den Beschluß gefaßt hat (18. Dezember 1571 ) 3 ), sämt-liche Juden Venedigs, gewissermaßen als Mitverschworene des JosephNaßi und des türkischen Reiches, auszuweisen, war ein Ausfluß desvom damaligen Christentum genährten Rassenhasses. Glücklicherweise
H Liberi, Heia^ioni, ssris III 1. 2 x. 86; auch Maria Gratiani, äsdetlo 6ii»'i W 35: Inlssku8 (Ilicbesius) xrasehms Veustis, a, guibus, ämuVeuetiis tmt, iüibsialitsr lurbitnm ss gusrebatnr.
Bei v. Hammer, GeschictUe der Osmanen III S. 564, Liberi, Relaräousdas. 1. 3 p. 87, und Gratiani das. x. 38. (Zuin Mebssium ixsum, esu»iusulas (6^pri) rexem taesrs ässtiua.8ss (8slimmu); sunl Mi Isruut, aucki-taingus voesm iliins Lliebemnm iSASm axxellasss.
h Fortsetzung des Lwsk Iia-8ae,ia, Wolf, Aktenstücke in llaskir I, S. 1s.