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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

schwer werden, den Sultan Selim zu überzeugen, daß er ihm stetstreu gedient und daß er unter allen Hofdienern am aufrichtigstenzu ihm gehalten habe. Er erlangte auch vom Sultan ein Dekret,vermöge dessen der Verräter Taud lebenslänglich nach Rhodus, derVerbrecherinsel des türkischen Reiches, verbannt wurde. Entwederauf Antrag Don Josephs oder aus eigenem Antriebe sprachen sämt-liche Rabbinen und Gemeinden Konstantinopels den schwersten Bannüber Daud und zwei Helfershelfer desselben aus. Ihnen schlossensich die Rabbinatskollegien der größten türkischen Gemeinden anJoseph Karo an der Spitze freilich in zu gefälliger Liebedienerei,ohne sich vorher von der Schuld oder Unschuld Tauds Gewißheitverschafft zu haben?) Die außerordentliche Bemühung des fran-zösischen Gesandten und Hofes, den jüdischen Günstling Selims zustürzen, mißlang vollständig und hinterließ in dessen Gemüt einenur allzugerechte Erbitterung, vermöge welcher er die diplomatischenPläne Frankreichs zu durchkreuzen und zu vereiteln nur noch mehrbemüht war.

Noch mehr spielte Joseph von Naxos dem Staate Venedig mit.Es herrschte nämlich eine stille Feindschaft zwischen dem jüdischenHerzoge und der erlauchten Republik, welche beide vergebens durch

>) Quellen über diese Intrigen Olmrrisrs, UsKveintion III p. 80 vom3. Okt. 1569 und x. 83 vom 16. d. M. »nd U-ssW- Elia b. Chajim o'pwp v-vNr. 55, 56. Der Streit zwischen Joseph und seinem Agenten Daud muß schonvor 3. Okt. d. I. ausgebrochen sein, da der französische Gesandte sich im erstenBericht ans eine bereits früher darüber gegebene Mitteilung beruft. Wannaber Exil und rabbinischer Bann über Daud verhängt wurden, läßt sich nichtgenau ermitteln. In den genannten Responsen finden sich zwar zwei Bannsprüchemit Taten gegen ihn, das des Salvnicher Rabbinats mit Samuel de Medina ander Spitze und des Safctenser Kollegiums, Joseph Karo vorangestellt. Daszweite trägt das Datum 24. Tischri 5331 23. September 1570 und daserste 'r> bibn -irrvi rr 1573. Das MonatSdntum ist hier jedenfallskorrumpiert. Der Neumond Elul fiel in diesem Jahre nicht auf den Freitag.Aber auch das Jahr kann nicht richtig sein; denn abgesehen von dem Wider-spruche gegen das Datum im Banntexte der Salvnicher Gemeinde, läßt eS sichnicht denken, daß die Zwistigkeit sich von 1569 bis 1573 hingezogen haben sollte.Vielleicht muß man dafür lesen 1570, und zwar Elnl August.Dann hätte sich die Intrige etwa ein Jahr hingezogen. Aus dem Rcspoiisumgeht hervor, daß Dauds Machinationen verraten worden siudi ^ bnb noir- guslo saeü ä los (.luclioa): (lomn 111 ;ix) ibr, wb .->>nv '.i chib. Es

ist möglich, daß der französische Agent Claude de Bourg sie Don Josephverraten hat; denn er lebte im Streit mir dem Gesandten de Grandchamp, suchtedessen Pläne zu durchkreuzen und wurde daher von diesem beim französischenHofe verleumdet und mißhandelt. Der Gesandte hielt es darum für nötig,gerade zur Zeit der Rückkehr de Bourgs nach Frankreich dem König Verschwiegen-heit darüber zu empfehlen.