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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

höllische Institut bestehen lassen und durfte die gefallenen Opfer nurim Stillen beklagen. Die Jesuiten und die streng Kirchlichen hattenbereits in der katholischen Kirche die Oberhand erlangt, und jeder nach-folgende Papst mußte sich ihnen willig oder widerwillig fügen. Wurdendoch unter dem Papste Pius IV., einen: der besten der römischen Hohen-priester, die Satzungen des tridentinischen Konzils zum Beschlüsse er-hoben, welche die Geister der Katholiken bis auf den heutigen Tan knechten!

Eine Deputation der römischen Inden hatte sich zu dem neu-gewählten Papste begeben, um ihm zu huldigen, und schilderte mitberedten Worten die Leiden, welche sein Vorgänger über sie verhängthatte. Pius IV. versprach ihnen Abhilfe und erließ etwas, spät eineBulle für die Juden des Kirchenstaates (27. Februar 1562), die aller-dings günstig genug für sie ansfiel; aber die mildernden Bestimmungenlassen die noch zurückgebliebenen Beschränkungen um so greller hervor-treten. Die Einleitung dazu ist deswegen interessant, weil sie dieHeuchelei der päpstlichen Kurie an den Tag legt.Die von meinemhochseligen Vorgänger aus Eifer für die Religion erlassenen Vorschriftenfür euer Verhalten haben (wie wir vernommen) einige nach euren GüternLüsterne zum Vorwand falscher Anklagen und Quälereien gegen euchgenommen und sie gegen die Absicht meines Vorgängers ausgelegt,wodurch ihr gequält und beunruhigt wurdet. Daruin verordnen wirin Erwägung, daß die heilige Mutter Kirche vieles den Juden gewährtund einräumt, damit der Rest von ihnen selig werde und gestützt ansdas Beispiel unserer Vorgänger" nun, was verordnet der PapstGroßes? daß die Juden des Kirchenstaates außerhalb der Stadtihre Abzeichen, das gelbe Barett, ablegen, daß sie Grundbesitz bis zumWert von 1500 Dukaten erwerben, daß sie auch andere Geschäfte alsmit alten Kleidern betreiben und daß sie allenfalls mit Christen ver-kehren, aber ja nicht christliche Dienstboten halten dürfen. Auch außer-halb des Ghetto dürften sie Kramladen halten, aber nur von Sonnen-aufgang bis abends. Das war so ziemlich alles, was einer der bestenPäpste ihnen gewährt hat, gewähren konnte. Wichtiger war für dierömischen Juden der Punkt, daß die Anklagen wegen Vergehungengegen die harten Gesetze Pauls IV. niedergeschlagen wurden, auchwegen des Verbrechens derjenigen, welche ihre Talmndexemplarenicht vorgezeigt hatten. Auch die Ungerechtigkeit, daß jüdische Gläubigerdie bereits von christlichen Schuldnern eingezogenen Zinsen zurück-zuerstatten gehalten seien, hob Pius IV. auf. Er gestattete ihnenauch, mehrere Synagogen zu besitzen?) Die italienischen Inden ließen

>) Die Bulle ini LuIImium mngimin Uoinamim und im Auszuge beiLurtoloee.i Libliotlieon III x. 741, auch in Jbn-Jachjas Lobalsebelst gegenEnde. In der Bulle seines Nachfolgers Pius V. heißt es: Ulurss 8 Z'ng,A 0 KS,sretinsre xos8iut, inänlsit Uins IV.