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Geschichte der Juden.
zur Kabbala dauerte nicht lange; einige Jahre später wurden auch diekabbalistischen Schriften in den Katalog der zu verbrennenden Schriften(Incksx oxgnrK-riorius) gesetzt?)
Pauls IV. Feindseligkeit gegen die Juden und ihre Schriftenblieb nicht auf Italien beschränkt, sondern erhielt, durch den von ihmentzündeten fanatischen Geist genährt, größere Ausdehnung. GetaufteJuden waren stets die Werkzeuge solcher Verfolgungen. Ein solcherTäufling Ascher aus Udine erhob ebenfalls Anklagen gegen diejüdischen Schriften in Prag, und die Obrigkeit konfiszierte alle samtund sonders, auch Gebetbücher, an achtzig Zentner, und schickte sienach Wien (1559). Die Vorbeter waren infolgedessen genötigt, inder Synagoge auswendig vorzutragen. Ein Feuer, das in derselbenZeit (17. Tamus — 22. Juni) in Prags Judengasse ausbrach und einengroßen Teil ihrer Häuser — 72 — in Asche legte, zeigte noch mehr denfanatischen Haß der Christen gegen sie. Anstatt den Unglücklichen bei-zuspringen und Rettung zu bringen, warfen sie selbst schwache Weiberin die Prasselnden Flammen und plünderten die Habseligkeitencher Juden.Als wenn das Maß des Unglückes für sie nicht voll gewesen wäre,machte der seit einem Jahre zum Kaiser eruannte Ferdinand 1.mit der Ausweisung der Juden aus Böhmen und Prag Ernst. Nochbeim Leben des Kaisers Karl V. hatte er als Erzherzog demselben vor-geschlagen, die Juden aus dem böhmischen Lande zu vertreiben, weilsie mit Münzen und Zinsen nicht nach Gebühr verführen — auf dieZustimmung des Landtages konnte bestimmt gerechnet werden. Einhalbes Jahr später wiederholte er diesen Antrag, die Juden aus PragZu vertreiben, die Synagogen in Kirchen zu verwandeln und ihreHäuser zu verkaufen. Er hatte sich auch vergewissert, daß sich vieleKäufer für die Häuser finden würden und der Fiskus dadurch keineEinbuße erleiden würde (10. Oktober bis 16. November 1557). In-dessen hatten die Juden doch eine Galgenfrist erlangt; sie durften nochaus jährliche Kündigung bleiben?) Kaiser Ferdinand war zwar einmilder Fürst, der an dem Frieden zwischen Katholiken und Protestantenernstlich arbeitete, aber gegen die Juden hatte er eine unüberwindlicheAntipathie. Er war es, der zuerst für die wenigen österreichischenJuden die Zettelmeldung oder die Judenzettel einführte.Er hatte verordnet, daß jeder in Österreich wohnende Jude, wenner geschäftshalber nach Wien käme, sich in der kürzesten Zeit beimLandesmarschall melden und angeben sollte, womit er Geschäfte zu
y Das. acl uomsu Hsärag: 6eterum sx äeersto sauetas koinaoaeiimuiaitionis owuss libri . . ack Labbalam pertinentes nupsr (vor 1564)ckamnati sunt.
2) Wolf Aktenstücke in Maskir IV, S. 150. David Gans acl annum 5319,Joseph Kohen a. a. O. x. 123 fg.