Verbrennung des Talmuds.
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Ottolenghi aus Ettliugeu (blühte 1540 bis 1576) ein Lehrhauseröffnet, den Talmud gelehrt uud rnbbiuische Schriften drucken lassen?)Jeder Besitzer von Talmudexemplaren ließ sie daher heimlich nachCremona bringen, und so entstand dort eine reichhaltige Niederlagedafür, von wo aus sie nach dem Morgenlande, Polen und Deutschlandexportiert wurden. Diese allerdings dürftige Religionsfreiheit behieltendie Juden auch unter den Spaniern, welche mit Paul IV. Krieg zuführen gezwungen waren. Nachdem der Papst sich zu einem schimpf-lichen Frieden bequemen mußte, saun er darauf, die jüdischen Schriftenauch in Cremona verbrennen zu lassen. Die Dominikaner, diese Polizeides Papsttums, bearbeiteten in seinem Sinne die Bevölkerung, umeinen Druck auf den Statthalter, den spanischen Herzog von Siesa(Sessa) auszuüben. Aufreizende Schriften wurden in Cremonaverbreitet, welche das Volk geradezu aufforderten, die Juden totzuschlagen(8. April 1559). Einige Tage später wurde der Statthalter von zweiDominikanern, von denen der eine, Sixtus Senensis, eingetaufter Jude war, angegangen, einen Scheiterhaufen für Talmud-exemplare zu errichten, da er lauter Schmähungen gegen Jesus usw.enthalte. Da der Herzog von Siesa der Klage der Dominikaner nichtohne weiteres Glauben schenken mochte, traten zwei Zeugen gegen denTalmud auf (17. April), der getaufte Jude Vittorio Eliano,Tochterenkel des jüdischen Grammatikers Elia Levita (o. S. 320),und ein gewissenloser deutscher Jude Josua dei Cantori (?),der in Streit mit Joseph Ottoleughi lebte und dadurch Rache au ihmnehmen wollte. So wurde denn der spanische Statthalter von Mailandvon der Gemeinschädlichkeit des Talmuds überzeugt und gab seinerSoldateska den Befehl, in den Häusern der Juden von Cremona undin den Druckoffizinen Haussuchung zu halten, sämtliche Exemplarezusammenzuschleppen und damit einen großen Brand anznlegen.Zehn- bis zwölftausend Bücher wurden bei dieser Gelegenheit ver-brannt (April oder Mai 1559)?) Hat doch dieser Papst sämtliche in
') In Riva di Trenta von 1559—1562, vergl. Ersch und Gruber, Enzy-klopädie, oeot. II B- 28, S. 16.
'h Quellen: Sixtus Senensis, Libliotlieea 8aoro. II 8. v. traäitio»e8, IV;8. v. eataloKuo sxpositoiuin — Radbiuornm: l?lu8 V. . . eum nute pouti-ÜLLtuin suuiu anno 1559 misit ins Lremouam aä aboleuüos llialmnäieos . .libi'os, quo8 .luckasi ex omui t'si's Italia iu eam nrbsm, taugnam in eomirmussuckaieas uationi8 eonvsitsruut. Joseph Kohen das. p. 120 fg. Es ist keinZweifel, daß einer der das. erwähnten wamo Sixtus Senensis
war, der vom Franziskanerorden zu den Dominikanern übergetreteu war. Endlichist noch eine Quelle dafür „der Auszug eines Aktenstückes (Wolf, in Maskir I,S. 131): „17. April 1559 Kanonikus Bittorio Eliano, getaufter Jude, undJosua dei Cantori, ebenfalls getauft, legen gegen den Talmud Zeugnis ab."Der letztere ist ohne Zweifel identisch mit Josua an p bei Joseph Kohen das-,