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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

vergriffen sie sich.*) Die Juden aller katholischen Länder waren inVerzweiflung, sie waren durch die Konfiskation auch solcher rabbinischerSchriften beraubt, welche die Vorschriften des religiösen Lebens ent-halten, und worin vom Christentum nicht ein Wort vorkommt?) Siewandten sich daher flehend an den Papst, das Dekret zurückzunehmenoder ihnen wenigstens den Gebrauch der unverfänglichen rabbinischenSchriften zu lassen. Auf das letztere ging Julius III. ein und erließeine Bulle (29. Mai 1554), daß die Juden zwar gehalten wären, ihreTalmudexemplare bei Leibesstrafe auszuliefern, daß es aber denHäschern nicht gestattet sei, sich auch anderer hebräischer Schriften zubemächtigen und die Juden zu Plagen. Die Übertreter sollten mitstrenger Kirchenstrafe belegt werden?) Seit dieser Zeit mußten allehebräische Schriften vor ihrer Veröffentlichung der Revision unter-worfen werden, ob nicht ein Schatten von Tadel gegen das Christen-tum oder gegen Ron: darin enthalten sei. Die Zensoren waren meistgetaufte Juden, welche dadurch Gelegenheit erhielten, ihre ehemaligenGenossen zu Plagen.

tz Mehrere Zeitgenossen gtbcn Notizen über die große Talmudverbrennnngdieses Jahres. Joseph Kohen, Chronik Ende und Linslc ba-ll. p. III; GedaljaJbn-Jachja Schalschelet p. 52 und gegen Ende. Von Venedig besonders: IndaLern« a Einl. zu Abot-Komment. ni,.-o vnb; Arkevolti zum Schlüsse der2. Edition des Aruch. Von Ancona: Emanuel von Benevent, Einl. zurGrammatikm,i>. Von Bologna: Portaleone wunm Ende. VonCandia: Isaak Akrisch, Einl. zur Efodischen Satire imano >.nn i>n (o. S. 8,Anm.). Matthatia Delakrut, welcher zur Zeit in Venedig weilte, bemerktin einem handschriftlichen Werke (Xeubansr, Katalog Lockt, dir. I623>:"EI >iso L'UN rvubir Iiubn '1L0 -jinto IM' NMXUN2I

auen a'irin pp pn miso. Schlechte Verse ans die Talmudverbrennnng vonJakob daFano. llsvne XI. 15556 und von Mardocha: B.Jehuda de Blauesin Lüialim XIII, 109. Die Bulle, welche das Verbrennen des Talmuds ver-ordnet, ist nicht mehr vorhanden, sie wird aber in einer andern des PapstesJulius III. vom 29. Mai 1554 erwähnt (Lullariuin inaZnuni Lomaunin I,Xr. 16): 6um sieut nnpsr aooepimns, liest alias kratrss nostri basrsticaspravitatis in nnivsrsa rspubliea ebristiana inguisitores Z'euerales esrtnmIlebraieornm librornm volumsn dbsmarot Nbainncl (Hialmnä) nun-oupatnw, ortbockoxas üclei olkenelsntia oontinsns de inanclato nostroclamnavsrint et iAns eomburi ksesrint, nidilominns Inter eos Ile-brasos aäbuo ssss ckicuntur divers: libri sto. Diese Bulle befiehlt, die etwanoch zurückbehaltenen Schriften bei Vermeidung von Geld- und Leibcsstrase»binnen vier Wochen auszuliefern und fährt dann fort: non pdrmittsntes(nos) de oetsro sosdein Ilsbraeos etiain apostoliea auotoritats t'nuZ'ou-tibns oeoasions enjusvis sortis librornm apncl eos sxistentinin vsxariaut molsstari. Oontravenieutss st rebellss ao nobis in xrasinissis nonpai sntss per ssntsntias st posuas soolssiastioas oompssesndo.

9 Nämlich die Schriften der Dezisorcn,

Die oben zitierte Bulle und Joseph Kohen, Lm. Iia-IZ. p. 113.