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Geschichte der Juden.
brennen, und mußten zu allerhand Schlichen greifen, nur um denKaiser dafür zu gewinnen. Jetzt herrschte ein ganz anderer Geist.Die Gemeinschädlichkeit des Talmuds brauchte nur von boshaften Kon-vertiten angedeutet zu werden, um sofort ein Dekret dagegen zu er-lassen. Die neue Anschwärzung desselben ging auch von solchen aus.
Elia L e v i t a/) der hebräische Grammatiker, der im Hausedes Kardinals Egidio de Viterbo lange gelebt und viele Christenmündlich und durch Schriften in hebräische Sprachkunde und in ober-flächliches Verständnis der Kabbala eingeweiht hatte, hatte zwei von einerTochter hinterlassene Enkel, die von Haus aus in christlichen Kreisenverkehrten. Einer derselben, Eliano, hatte das Hebräische gründlicherlernt und war Korrektor und Abschreiber in mehreren StädtenItaliens, während sein Bruder SalomoRomano weite Reisenin Deutschland, der Türkei, Palästina und Ägypten machte und vielerSprachen kundig war: hebräisch, lateinisch, spanisch, arabisch und tür-kisch. Eliano, der Ältere, war zürn Christentum übergetreten unterdem Namen Vittorio Eliano und Geistlicher, später sogarKanonikus geworden. Über diesen Abfall war Salonro Romano soempört, daß er nach Venedig eilte, um seinem Bruder bittere Vor-würfe darüber zu machen und ihn zu bewegen, in den Schoß desJudentums znrückznkehren. Aber anstatt zu bekehren, wurde er selbstbekehrt. Ein kirchlich gestirnter venezianischer Patrizier Cantarerrohatte sich arr ihn herangemacht, um ihn für das Christentum zu ge-winnen, und was er angefangen, das hatte ein Jesuite AndreasFrusius, vollerrdet. So nahm auch Salomo Romano die Taufe(1551) und den Namen Johannes Baptista arr, zum großenSchmerz der noch lebenden Mutter. Er wurde Jesuit und später kirch-licher Schriftsteller, schrieb über Geheimnisse des christlichen Glaubens,einen hebräischen und arabischen Katechismus und anderes dieser Art.Dieser Enkel des Grammatikers Elia Levita 2) mit noch zwei anderen
>) S. o. S. 190.
2) Joseph Koheil nennt als Delatoren gegen den Talmud in dieser Zeit:
nuLia (Rmsk ba-Laeda p. 111). Der letztere ist gewiß identisch mit
Johannes Baptista Romano, Elia Levitas Enkel, wie die Vergleichungmit dem Berichte Algambes (Libliotbeoa »ooietati» ckesn p. 225) über ihnergibt: ck. L. Hamann» »ivs LIianns . . i» relixions Rebrasn» Riiannsnomine ab avo materno lillia Hebsnatio pner institntus . . . Vsostiasappulsns, nt tratrsm Obristiana saora eomplexnm retraberet, ab Oanta-rsno cleänetn» all ^näreaw Rrnsinw. Weiter wird das. berichtet, daß ElianoRomano vom Jesuiten Frusius Matthäi 1551 getauft, 1561 von Pius IV. nachMemphis geschickt, in Alexandrien von den Inden verfolgt wurde, weil er sievielfach verleumdet habe st maAnam Romas Dalmntlicornm librornm vim