Joseph Kohen.
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Ahnen stammten aus Spanien. Bei der großen Austreibung war seinVater Josua aus Huete nach Avignon ausgewandert und von da nachNovi im Genuesischen übergesiedelt, hatte auch einige Zeit in Genuageweilt und war auch von da vertrieben worden. Joseph Kohen hattedie Arzneikunde studiert, sie praktisch ausgeübt und theoretisch be-trieben. Er scheint Leibarzt des Dogen Andreas Doriagewesen zu sein. Für seine Glaubensgenossen schlug sein Herz warm,und er ließ es nicht an Eifer fehlen, das Los der Unglücklichen unterihnen zu erleichtern. Er gab sich einst Mühe, einen Vater und dessenSohn, welche von dein herzlosen Gianettino Doria, Neffenund designiertem Nachfolger des Dogen, eingekerkert worden waren,zu befreien. Aber nur die Befreiung des Vaters gelang Joseph Kohen;der Sohn entkam erst in jener stürmischen Nacht, als Fieschi dieVerschwörung ausführte?) In den Seekriegeil des Dogen Doria gegenGriechenland und die griechischen Inseln, sowie des Kaisers Karl gegenTunis, wurden jüdische Gefangene wie Galeerensklaven behandelt odermißhandelt. Da verwendete sich Joseph Kohen mit warmem Eifer, umLösegeld für die Unglücklichen von jüdischeil Gemeinden zu sammeln?)Bei der Ausweisung aus Genua (1550) baten ihn die Bewohner derkleinen Stadt Voltaggio, sich bei ihnen als Arzt uiederzulassen, woraufer auch einging, und achtzehn Jahr dort zubrachte. Mehr als dieArzneikunde zog ihn jedoch die Geschichte an, und er sah sich nach Chro-niken um, um eine Art Weltgeschichte in Form voll Jahrbüchern zuschreiben. Er begann mit der Zeit vom Untergang des römischen Reichsund der neuen Staatenbildung und stellte den weltgeschichtlichen Ver-lauf als einen Kampf zwischen Asien und Europa, zwischen dem Halb-
und Martyrologium PVP angegeben. Das erste vollendet November1553, ein Jahr später in Venedig ediert; einzelne Partien daraus deutsch undfranzösisch übersetzt und das Ganze englisch von Bialloblotzki 1835—36. Daszweite zweimal umgearbeitct oder vielmehr durch Additamente vermehrt, ersteRezension 1557—58, zweite 1563 und letzte 1575 kurz vor seinem Tode. Eswurde ediert von S. D. Luzzatto und M. Lctteris Wien 1852, deutsche Über-setzung von Wiener 1858, französische von Julien See 1881. — ScaligersTadel gegen I. Kohen wegen dessen Ungenanigkeit, daß er in seiner Chroniknicht einmal die Vertreibung der Inden aus Spanien erzählte, ist ungerecht.Er hatte bei Abfassung derselben schon in petto, dieses Martyrologium zuschreiben, darum hat er die Schicksale der Inden in der Chronik nur gelegentlichberührt. — Er hat auch ein medizinisches Werk von Joseph Algnades (ssoretameäieiuae) aus dem Spanischen ins Hebräische übersetzt, und eben so ein geo-graphisches Werk über die Entdeckung Amerikas aus dem Spanischen: Is,Iilstoria Asueral cls Io» änäios . . . gus eoutisus la couguista, äs LIsxico,welches 1552 erschienen. Vergl. darüber, so wie überhaupt interessantes Detailzu I. Kohens Biographie Isidor Loeb, Rsvus ä. M. X VI 28 f.
0 Chronik p. I29fgh Vgl. Loeb a. a. O. p. 46 f.
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