Luthers Predigt gegen die Juden.
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füllen?) Wenn er Gewalt über die Juden hätte, bemerkte er, würdeer ihre Gelehrten und Besten versammeln und ihnen mit der An-drohung, „ihre Zungen hinten am Halse herauszuschneiden, den Be-weis auflegen, daß das Christentum nicht einen einzigen Gott, sonderndrei Götter lehre"?) Luther hetzte geradezu die Raubritter gegendie Juden. Er habe gehört, daß ein reicher Jude mit zwölf Pferdendurch Deutschland reise, nämlich der reiche Michel so. S. 291). Wennnun die Fürsten ihm und seinen Glaubensgenossen nicht die Straßeverlegen wollten, so möge sich Reiterei wider sie sammeln, weil dieChristen aus seinen: Büchlein erfahren würden, wie verworfen dasjüdische Volk sei?)
Noch kurz vor seinen: Ende ermahnte er seine Zuhörer in einerPredigt, die Inden zu vertreiben: „Über das andere habt ihr auchnoch die Juden in: Lande, die großen Schaden tun . . Wiewohl ichSorge trage, das jüdische Blut sei nunmehr wässerig und wild ge-worden, sollt ihnen ernstlich anbieten, daß — sie sich täufen lassen —wo nicht, so wollen wir sie nicht leiden. Nun ist mit den Juden alsogetan, daß sie unfern Hern: nur täglich lästern: und schänden — drumsollt ihr sie nicht leiden, sondern sie wegtreiben. — Wenn sie unskönnte:: alle töten, so täten sie es gerne und tun es auch oft, sonderlichdie sich für Ärzte ausgeben ^) — so können sie auch die Arznei, die manin Deutschland kann, da man einen: Gift beibringt, davon er in einerStunde — ja in zehn oder zwanzig Jahren sterben muß, die Kunstkönnen sie. — Das habe ich als ein Landkind euch nur sagen wollenzum letzten — wollen sich die Inden nicht bekehren, so sollen wir sieauch bei uns nicht dulden, noch leiden"?)
So hatten denn die Juden an den: Reformator und RegeneratorDeutschlands einen fast noch schlimmeren Feind als an Pfeffer-korn, Margaritha, Hochstraten und Eck, jedenfalls einen schlimmeren,als an den Päpsten bis zur Mitte des Jahrhunderts. Auf die Wortejener Wichte, die als sophistisch und verlogen bekannt waren, hörtenwenige, während Luthers lieblose Aussprüche gegen sie von den Christenneuen Bekenntnisses wie Orakel beachtet und später nur allzu genaubefolgt wurden. Wie der Kirchenvater Hieronymus die katholischeWelt mit seinen: unverhüllt ausgesprochenen Judenhasse angesteckt hat,so vergiftete Luther mit seinen: judenfeindlichen Testamente die prote-stantische Welt auf lange Zeit hinaus. Ja, die protestantischen Kreisewurden fast noch gehässiger gegen die Juden, als die katholischen. Die
h Luther, von den Juden, Bl. 1 fg.
2) Das. Bl. L. Ebenso Tischreden II, 2927. S) Das. Bl. lil 4 d.
si Auch diese Beschuldigung hat er Margaritha nachgcbetet.
°h Lutbers Predigten von 1546 in Jrmischers Ausgabe von Lutherssämtlichen Werken IV, Band 63, S. 187 fg.