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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Joseph Karos Kodex.

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Alle diese Vorzüge und Vorrechte hoffte Joseph Karo durch einWerk zu erringen, das in sich selbst die Einheit des Judentums erzielenund ihm ungeteilte Bewunderung einbriugeu sollte. Wenn er seinengründlichen Kommentar zu Jakob Ascheris Religionskodex vollendet,,durch den Druck veröffentlicht, verbreitet und auf Grund desselbenein eigenes umfassendes Religionsgesetzbuch ausgearbeitet haben würde,,daun werde und müsse er als der Erste in Israel, als Fürst und Gesetz--geber anerkannt werden. Sein Schutzgeist hatte ihm zugeflüstert,,er werde ihn würdig machen, viele Jünger auszubilden, seine Schriftengedruckt und in ganz Israel verbreitet zu sehen. Wenn er den Vor-schriften des Schutzgeistes Nachkommen werde, dann würden die höherenWelten selbst fragen:Wer ist der Mann, an dem der König der KönigeWohlgefallen hat, das Oberhaupt von Palästina, der große Schrift-steller des heiligen Landes?" Seinen Kommentar, seine Erklärungenund Entscheidungen (Kodex) würde er ohne Fehler veröffentlichenkönnen?)

So bestimmten hingebende Frömmigkeit, Phantasterei und auchein wenig Ehrgeiz den Manu, den letzten Religionskodex für die Ge--samtjudenheit auszuarbeiten, der allen Schwankungen, Ungewißheitenund allem Meiuungswirrwarr ein Ende machen sollte. Die von SalomoMölcho augeregte kabbalistisch-messiauische Schwärmerei und die vonBerab ausgegaugene Ordination gönnten Karo keine Ruhe, die vonjenen geahnten Zustände durch ein umfassendes Schriftstück zu ver-wirklichen, wenigstens die Einheit im religiösen Leben anzubahnen.Toch vergingen noch einige Jahrzehnte, ehe die jüdische Welt diesesGnadengeschenk erhalten sollte. Es war eine Riesenarbeit, die vielZeit erforderte. Was Joseph Karo an Geist mangelte, mußte seinerstaunlicher, unausgesetzter Fleiß ersetzen. Nur religiöse Hingebungund Begeisterung, gepaart mit Phantasterei, konnten ein solches Werkzustande bringen. Von allen seinen hvchfliegenden Träumen wurdeindes vor der Hand nur der eine verwirklicht, daß er nach Jakob BerabsTod erster Rabbiner von Snfet und allerdings erst nach und nach alsrabbinische Autorität anerkannt wurde. Aber unangefochten war seinAnsehen nicht; er hatte einen Nebenbuhler an dein besten JüngerBerabs, an Mose de Tran i.

Während sich die Juden im Morgenlande einer gewissen Ruheund Unabhängigkeit erfreuten, infolgedessen messianische Luftschlösserbauen konnten und daran arbeiteten, einen scheinbar idealen Zustand,

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1543, also 2 Jahre nach Bernds Tod. Vcrgl. ähnliche Stellen das. p. II,16 d, 20 a, 24 a, 31 a; s. Note 5.

st Das Hanptsielle x. 9 b, auch i>. 32 b u. a. St.