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Geschichte der Juden
gefügiger, wenn auch begabter Männer machte in Jerusalem noch mehrböses Blut?) In den darüber gewechselten Zuschriften, die für dasPublikum berechnet waren, erbitterten sich beide RabbinergrößenPalästinas immer mehr gegeneinander in einer so verletzenden Art,daß sie selbst durch die leidenschaftliche Erregung nicht entschuldigtwerden können. Gegen die tadelnde Bemerkung des Levi ben Chabibein geweihter Ordinierter müsse nicht bloß gelehrt, sondern auch heiligsein, hatte Jacob Berab eine boshafte Anspielung auf dessen Schein-christentum gemacht: „Ich habe meinen Namen nie gewechselt, ichbin in Not und Verzweiflung stets in Gottes Wegen gewandelt!"Er warf Levi ben Chabib auch vor, daß noch immer etwas von denchristlichen Dogmen an ihm kleben geblieben sei. Das traf den Gegnerins Herz. Er gestand zu, daß man zur Zeit der Zwangstaufenin Portugal seinen Namen geändert, ihn zum Christen gemacht hatteund er nicht imstande war, für die angestammte Religion zu sterben.Er entschuldigte sich mit seiner Jugend, er sei damals noch nicht zwanzigJahre alt gewesen, sei kaum ein Jahr im Scheinchristentum geblieben,und hoffe, daß der Tränenstrom, den er bisher darüber vergossenund noch immer vergieße, leinen Sündenfleck vor Gott ansgelöschthaben werde. Nach dieser Zerknirschung kannte ben Chabibs Heftigkeitgegen Berab keine Grenzen mehr. Er schleuderte ihm die gröbstenBeleidigungen zu und erklärte, ihn nimmermehr von Angesicht zuAngesicht sehen zu wollen. Durch diese maßlose Heftigkeit des Haupt-rabbiners von Jerusalem und durch den gleich darauf erfolgten TodBerabs (Frühjahr 1541)2) zerfiel die Einrichtung der Ordination.Nur Joseph Karo, einer der von demselben Ordinierten, gab sie nochnicht auf.
Diese Persönlichkeit (geb. 1488, gest. 1575) hat tief in die Aus-gestaltung des rabbinischen Judentums eingegriffen. Als Kind mitseinen Eltern aus Spanien Vertrieben, hatte Karo frühzeitig die herbeLeidensschule kennen gelernt und war nach langer Wanderung inNikopolis in der europäischen Türkei angekommen. Von seinen:
>) Levi b. Chabib Abhandlung a. a. O. p. 298 u.
2) Berabs Todesjahr hat Zuuz (zur Geschichte und Literatur S. 231)kritisch zu fixieren versucht, weil die Notiz darüber in den Daten nicht stimmt.Mose de Trani referiert nämlich Lesim- 1, Nr. 103: . . 212 b .ibnL'i
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.i'NL'L'm Es ist richtig, daß das Tagcsdatum mit der Jahresform von
1511 nicht stimmt. Darum wollte Znnz das Zahlwort '.2 als Einheit 5 be-trachten und machte daraus 1546. Allein das '.2 bedeutet bei allen Schriftstellerndieser Zeit, auch bei M. de Trani, 5000. Berab starb also gewiß 5301 — 1511.Der Fehler steckt aber im Mona tsda tum; es muß heißen 22 », statt wm.Der erste ^.clur I dieses Jahres fiel auf Sonnabend. So stimme» die Datenvollständig.