Levi ben Chabib.
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Chabib zusammen, wv er dessen agadisches Werk dollendete und hattesich zuletzt nach Jerusalem begeben (um 1525). Hier wurde er vermögeseiner umfassenden Talmudgelehrsamkeit, die zwar mehr in die Breitenls in die Tiefe ging, nach dem Ableben des Nagid I s a a k S ch a l a l*)als Rabbiner die erste Person in der Gemeinde. Er hatte sich auch umihr leibliches und geistliches Wohl verdient gemacht und besonders derZerfahrenheit gesteuert, in welche sie durch neue Zuzügler aus ver-schiedenen Ländern, die sich nicht gern der Zucht und Ordnung unter-werfen mochten, von neuem zu geraten drohte?) Levi ben Chabibbesaß auch einige Kenntnis von Mathematik, Astronomie und Kalender-wesen. Zwischen ihm und Jakob Berab , mit dem er eine Zeitlang inJerusalem zusammenlebte, bestand aber kein freundliches Verhältnis,und die Schuld lag wohl mehr an dem letzteren, der von Natur hoch-fahrend, anmaßend und unverträglich war, worüber sich mehrere eben-bürtige Zeitgenossen bitter beklagten?) Levi ben Chabib war daher beimehreren gutachtlichen Entscheidungen mit ihm zusammengestoßen,doch hatte er sich ihm gegenüber stets freundlich und bescheiden Verhaltenund alles vermieden, was ihn hätte verletzen können. In den letztenJahren war auch zwischen den beiden ein leidliches Verhältnis ein-getreteu, aber Levi ben Chabib konnte es nicht vergessen, wie gering-schätzig, als tief unter ihm stehend, ihn Berab behandelt hatte.
Nun war an ihn, als ersten Rabbiner von Jerusalem, die Auf-forderung ergangen, die Wahl des Jakob Berab zum ersten gesetzlichordinierten Richterrabbiner, zuin Syuhedristeu, anzuerkennen, unddurch seine Zustimmung gut zu heißen. Jerusalem wurde dadurch gegenSafet und er selbst gegen Berab zu einer untergeordneten Stellungherabgedrückt. Es war allerdings eine Verletzung in Wesen undForm, denn Berab hatte es nicht einmal der Mühe wert gehalten,die Zustimmung des Jerusalemer Kollegiums vorher nachzusuchen,sondern hatte seine Neuerung von oben herab dekretiert, er ernennevermöge der ihm erteilten Würde Levi ben Chabib zum ordiniertenRichter?) Er hatte auch dabei zu verstehen gegeben, daß ein Widerspruchvon Jerusalem aus ihn wenig stören würde, da ein solcher nur als der
') S. oben S- 18 und Note I.
H Abhandlung über die Ordination a. a. O. p. 291 cl ff.
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Nr. 31, 60. Dagegen behauptet sein Hauptjünger Mose de Trani in seinenUespp., die Gegner Hütten Berab schreiendes Unrecht getan, er wäre gar nichtso anmaßend, absprechcnd und streitsüchtig gewesen.
si Der Wortlaut dieser Ordination ist mitgeteilt in Lebi b. Chabibs Ab-handlung a. a. O. p. 310 0.