Versuch die Ordination wiederherzustelleu. 270
zu machen. Das war der scharfsinnige, aber querköpfige und darumauch kühne Jakob Berab (o. S. 12). Nach vielen Wanderungen undOrtswechsel von Ägypten nach Jerusalem und von da nach Damaskushatte sich Berab im Alter in Safet angesiedelt (um 1534). Er war ver-mögend^) und genoß also durch Reichtum und Geist ganz besondereAuszeichnung. Er faßte den Plan, der messianischen Geftthlszerflosseu-heit einen festen Punkt zu geben. Berab hatte wohl dabei einen löblichenZweck im Auge, aber auch ein wenig Ehrgeiz spielte in den Plan hinein,als erste Autorität, ja gewissermaßen als Synhedrialpräsident inPalästina zu gelten,^) dadurch auch selbstverständlich im ganzen Mvrgen-lande und warum nicht gar in der Gesamtsudenheit, anerkannt zuwerden. Aber der erste Schritt war schwer. Nur Ordinierte könnengesetzlich weiter ordinieren, und solche gab es schon lange nicht mehr.Glücklicherweise bot ein anderer Ausspruch Maimunis einen Anhaltepunktdafür, nämlich, wenn die Weisen in Palästina ttbereinstimmten, einenaus ihrer Mitte zu ordinieren, so hätten sie das Recht dazu, und derselbekönnte zugleich die Ordination auf andere übertragen. Nun zähltedamals keine palästinensische Gemeinde neben Safet, welches durchzahlreiche Einwanderer zu mehr denn 1000 jüdischen Familien auge-wachsen war. Safet oder vielmehr die Talmudkundigen dieser Stadthatten es demnach in Händen, insofern sie nur einig darüber wären,die Synhedrialwürde wiederherzustelleu, selbst im Widerspruche mitKollegen anderer Gemeinden, weil die Safetenser eben die Mehrzahlbildeten. Die fungierenden und nicht fungiereirden Rabbinen Safets,Männer ohne Klang und Namen, hatten eine zu große Hochachtungvor Berabs Geist, talmudischer Gelehrsamkeit und Reichtum, als daßsie Widerspruch dagegen erheben oder ihm Hindernisse in den Weg hättenlegen sollen. Er brauchte bloß zu winken, und sofort traten fünfund-zwanzig Männer zusammen, um ihm die Würde eines ordiniertenRichterrabbiners zu erteilen. Damit war die Ordination wieder-hergestellt (1538) und der erste Kristallpunkt zu einem neuen Synhedriuangesetzt. Es hing nur von Jakob Berab ab, so viele Kollegen, als ihmbeliebte, Weiler zu ordinieren. In einem Vortrage setzte Berab dieGesetzlichkeit des Schrittes nach talmudischen Prinzipien auseinanderund widerlegte alle möglichen Einwürfe dagegen^.) Daraufhin gaben
0 Levi b. Chabib. Rsspn. Nr. 93. Abhandlung a. a. O. >i. 39lbi -uiirgnb b-n 12 ns-n 211 nijin inu 112:1 ivi!> bub .ib.im- .1111 . Bergt, Resiqi.Mose Tram 1, Nr. 37 Ende, daß Berab 1533 noch nicht in Safet lebte, auchdas. Nr. 247.
") Levi b. Chabib imputiert ihm diesen Hintergedanken, Abhandlung n- 283 d:
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°) Das. m 299 b.