Juan Martinez Siliceo.
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reiche Präbenden. Darob war der Erzbischof von Toledo, JuanMartinez Siliceo (Guijarro) ergrimmt, zumal diese ihu durchboshafte Äußerungen und beleidigende Pasquille gereizt hatten.Vergebens hatte er Gesuche au den Papst Paulus III. gerichtet,Marranen zur Bekleidung von Kirchenämtern für unwürdig zu er-klären. Er hatte zu diesen: Zweck eine feindselige Schrift über die„Probe der Reinheit" von jüdischem Blnt veröffentlicht, d. h. daß nurAltchristen zu Kirchenwürdeu zugelasseu werden sollten, worin er dieNeuchristen samt und sonders als Feinde Christi darstellte, weswegeneben die Inquisition mit Recht jahraus jahrein solche zum Scheiterhaufenverurteile. Um die Altchristeu von den aus jüdischer Abstammungunterscheiden zu können oder vielmehr diese zu brandmarken, gab erein genealogisches Gedenkbuch heraus, welches ein Geheimschreiber derInquisition verfaßt hatte (bezeichnet als das grüne Buch vonAragouie n.ft) In diesem Buche waren mehr als hundert Familiennamhaft gemacht, die von Juden abstammten, welche bei dem blutigenGemetzel von 1391 oder bei der Massentaufe von 1412 bis 1414 zun:Christentum bekehrt worden waren und sich mit Alt- und Neuchristeuvermischt und verschwägert hatten. Dieser Geheimschreiber hatte auchnicht den Zweck seiner Ausarbeitung der genealogischen Verzweigungder Marranen verschwiegen, sondern es geradeheraus gesagt, damitdie Altchristen sich hüteten, mit den Marranen zu verkehren, „dennes ist ein frevelhaftes, falsches, ungläubiges und verderbles Geschlecht.Es ist von einem Weinstock, der immer wächst und trägt, und je mehrman ihn ausgehöhlt, benetzt und beschnitten hat, desto bitterer schmecktseine Frucht". Unter den gebrandmarkten marranischen Familien sindauch aufgezählt die Santa Maria, die Verwandten des Salomovon Burgos,2) die Santa Fe, Nachkommen des Josua Lorquhft unddie d e l a C a b a l l e r i a ,4) welche in Wort und Schrift einen tödlichenHaß gegen ihre Stammgenossen gezeigt hatten.
Ter Erzbischof Siliceo hatte also einen Anhaltspunkt, die Unreinenvor den Reinen zu kennzeichnen und zu ächten. Da aber alle seineMühen, den Marranen den Zutritt zu Kirchenwürden zu verschließen,ohne Erfolg waren, beging er eine niederträchtige Falschmünzerei,welche augenscheinlich machen sollte, wie sämtliche Marranen nicht bloßfalsche Christen, sondern nur darauf bedacht wären, die Kirche zu schändenund das Christentum zu verderben. Siliceo verfaßte selbst oder ließeinen Briefwechsel verfassen zwischen einein angesehenen Juden inSpanien und einen: Rabbiner in Konstantinopel. Der erstere hättesich zur Zeit, als den Juden in Spanien die Wahl zwischen Auswanderungund Taufe gestellt war, mit einer Klage und Anfrage an den letzteren
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2) Das. Vlllg S. 79 f. ft Das. S. 113. ft Das. S. ISO.
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