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Geschichte der Juden.
gewendet, was in dieser Not zu tun sei. „Der König von Spanien willuns zum Christentum bekehren, uns Leben und Vermögen nehmen,die Synagogen zerstören und noch andere Qual erdulden lassen." DieAntwort aus Konstantinopel hätte darauf im Namen aller angesehenenRabbinen gelautet: „Der König will euch zum Christentum bekehren,tut es, da ihr nichts dagegen tun könnt, aber bleibt im Herzen dem Juden-tum treu. Er nimmt euch euer Vermögen! Lasset eure Söhne Kauf-lente werden, um die Christen um ihr Vermögen (durch Schlauheit)zu bringen. Lasset eure Söhne Ärzte und Apotheker werden, um denChristen das Leben zu nehmen. Lasset eure Söhne Geistliche, Kanonikerund Theologen werden, damit sie Religion und Kirche zerstören. Machteure Söhne zu Advokaten und Notaren, damit sie sich an den Christenrächen können. Befolgt ja unfern Rat, ihr werdet aus Erfahrung sehen,daß ihr euch dadurch aus der Niedrigkeit zur hohen Stellung erhebenwerdet." Bei diesem gefälschten Briefwechsel beging Siliceo noch einBubenstück. Er nannte den Namen des angesehenen Juden, welcherangeblich die Anfrage nach Konstantinopel gerichtet hat, Cha m orro.Es lag eine für seine Zeit erkennbare Niedertracht darin. M o s eChamorro hatte mit seiner Frau die Taufe genommen und denFamiliennamen Elemente angenommen. Ihr Sohn FelipeElemente war vom König Fernando zum Protonotar des könig-lichen Kabinetts ernannt worden. Sein Sohn Miguel Velas-quez Elemente hatte dieselbe Stellung eingenommen. Durchden gefälschten Briefwechsel sollte erwiesen werden, daß der Großvaterdieser am Hofe geachteten Familie, welcher in Konstantinopel umRat gefragt, nur widerwillig sich bekehrt habe und daß seine Nachkommenauf Verderben der Christenheit sännen. Diesen Briefwechsel wollteSiliceo in einen: Archiv von Toledo gefunden haben. Er beeilte sich,ihn dem Papste Paul III. vorzulegen, um diesen endlich zu überzeugen,wie gefährlich die Neuchristen der Kirche seien, und besonders, daß sie vonKirchenämtern ferngehalten werden müßten. Der Papst, entweder durchden Briefwechsel getäuscht, oder um das quälerische Gesuch des Erz-bischofs los zu werden, verordnete kurz vor seinem Tode durch einBreve, daß an der Kathedrale von Toledo kein Marrane mit irgendeinem Amt belehnt werden sollet) Seitdem mußte, wer sich um eineStelle an einer Kapelle dieser Kirche bewarb, eine ebenso strengeAhnenprobe ablegen, daß er von altchristlicher Abkunft sei, wie für dieMitgliedschaft bei der Inquisition. So wurden die Marranen auch inSpanien gedemütigt und stets an ihren Ursprung gemahnt. Und dasollten sie kirchlichtreue Christen werden?
') Vergl. über diesen gefälschten Briefwechsel und seinen HintergrundLevns ües Ulnäss jnivss M XIX. S. lükfg.