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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Bernardo de Santa-Cruz und Balthasar Limpv. 267

jährigen Töchterchen im Jnquisitionskerker in Coimbra. Die Elternsollten als schuldig befunden und verbrannt werden; es waren aberkeine Zeugnisse gegen sie aufzutreiben. Was tat der Ketzerrichtcr?Er ließ das Töchterchen auf sein Zimmer bringen, stellte es vor ein Gefäßmit Kohlen und bedrohte es, sein Händchen auf den Kohlen zu ver-brennen, wenn es nicht aussage, daß es gesehen habe, wie die Elternein Kruzifix geohrfeigt hätten. Das Kind sagte das Verlangte aus,und die Eltern wurden verurteilt?) Ein andermal sollte ebenfallsein Ehepaar verurteilt werden, dem eine christliche Dienerin bei derVerhaftung gefolgt war. Diese wurde gedrängt, Zeugnis gegen ihreHerren auszusagen. Da sie aber nur Günstiges für sie angab,so wurde sie eingesperrt und bald durch Strafe, bald durch Schmeicheleienzum Lügen nufgesordert. Da alles nichts half, so ließ der Inquisitorsie so lange an Kopf und Seiten schlagen, bis das Blut floß. Als dieUnglückliche unter Schmerzensgeschrei etwas heransstotterte, ließ eres als nachteiliges Zeugnis gegen ihre Herren unterschreiben?) DieserUnmensch hieß Bernardo de Santa-Cruz und war Bischof.Wenn dieses Ungeheuer bei guter Laune war, ließ er eiugekerkertemarranische Frauen und Jungfrauen zu sich kommen, erlaubtesich ihnen gegenüber schlüpfrige Scherze, und betastete sie in unan-ständiger Weise?)

Selbstverständlich haben die teuflischen Dominikaner-Ketzerrichterdie Folter angewendet, um von den Unglücklichen neue Namen vonSchuldigen zu erpressen. Von der Tortur befreite weder die Ehr-würdigkeit des Alters von Matronen, noch die Schönheit und Jugendblühender Mädchen. Bei der Folterung weiblicher Angeklagter, derenKörper halb entblößt wurden, fügten die Höllensöhne zur Grausamkeitnoch schlüpferige Redewendungen hinzu, welche die Opfer errötenmachten?)

Der Bischof Balthasar Limpo von Porto war frei vonsolchen Unflätigkeiten. Er galt als ein streng sittlicher Kirchendiener, undseine rücksichtslose Grobheit wurde als Gradheit angesehen. Auf denKonzilien, deren Mitglied er war, brandmarkte er die Unzüchtigkeitdes römischen Hofes und der Geistlichkeit mit unfeinen Worten. Aberdie Marranen, die in seine Hände fielen, hatten noch mehr von ihmwegen seiner Reizbarkeit und seines Jähzornes m dulden. Er hatteeinen Streit mit den Marranen in Porto anläßlich der Bebauungeines Platzes, wo eine Synagoge gestanden hatte, mit einer Kirche.Dieser Streit reizte seine Gallsucht so sehr, daß er aus Rachsucht keinen

*) Herculano, 145. ") Das. ^ Das. 149.

*) Das. 184: xomint illas (u^ores er virs'iue8) ml tortoram sextewvsl ooto «molibsr äle, et mim clieit:ob qaae tboies ^mlaeae", alias,ei qni oonll", alter vero: «m^lia xeotora st ouums!"