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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

damit es uns nicht für das Opfer fehle. "^) In Porto haben einige Mönchean der Tür der Neuchristen das Geschick eines jeden derselben im vorausbezeichnet?)

Die Bevölkerung arbeitete solchergestalt der Inquisition in dieHand. Diese wählte meistens ihre Werkzeuge aus der verworfenstenVolksklasse. Ein des Mordes beschuldigter Wicht Francisco Gilerhielt den Auftrag, Neuchristen zur Anklage aufzusuchen. SeineMethode, solche zu ermitteln, war einfach. So oft er in eine Stadtkam, veranstaltete er ein Kirchenfest für irgend einen Heiligen. Sämt-liche Marranen besuchten um so eifriger die Kirche, um nicht durchVersäumnis Anlaß zur Anschuldigung zu geben. War die Kirche vollvon Besuchern, so ließ Gil die Türen schließen und forderte die Alt-christen unter Androhung der Exkommunikation auf, sich von den Neu-christen zu trennen und anzugeben, was sie von deren ketzerischenÜbungen wüßten. Die solchergestalt ermittelten Marranen führteer in Fesseln in die für sie bestimmten Kerker, mißhandelte und beraubtesie unterwegs?) Die Verließe, in denen er sie unterbrachte, waren engeLöcher von kann: acht Handbreiten im Umfange, schmutzig, dunkel,vollgepfropft?)

Tie von dem Jnfanten-Großinquisitor ausgewählten Ketzermeisterwaren durchweg wilde Fanatiker, Menschen von rohen Sitten, welchenicht die Besserung der Sünder, sondern deren Tod wünschten. DerKetzerrichter Manuel de Almador, den seine Standesgenossendie Geißel für die Geistlichen" nannten,^) bezeichnete im voraus, sobalddie Neuchristen ihm zugeführt waren, den Platz, wo der Scheiterhaufenfür sie errichtet werden sollte, und bestimmte in: voraus mit höllischerAusführlichkeit, welche von ihnen verbrannt werden sollten?) AlsZeugen wurden meistens Individuen aus der Volkshefe aufgestellt,welche im voraus sich auf die Flammen des Scheiterhaufens freuten,oder Dienstboten der Marranen wurden aufgefordert, gegen ihrenHerrn zu zeugen?)

In der Stadt Porto waren neun Zeugen vorausbestimmt, welchestets belastend gegen die Angeklagten aussagen sollten, darunter einöffentliches Frauenzimmer, welche bis zum unzüchtigen Verkehr mitSklaven herabgesunken war?) Aber noch empörendere Mittel wendetendie Inquisitoren an, die, aus dem Dominikanerorden gewählt^) gewisser-maßen die Niederlage ihrer Ordensgenossen in dem ReuchlinschenStreit so. S. 164) än den Juden mit christlichem Bekenntnis rächenwollten. Ein Ehepaar, Simon Alvares, war mit einen: sechs-

*) Hcrculano das. III 123 f. ^ D^si. 124.

Das. 128 f. und 266. Das. 135 .

°) Das. 134. °) Das. 137. h Das. 267 f.

Das. 165. °) Das. 158.