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Geschichte der Juden.
baren innerhalb der Klostermauern Söhne und Töchter und behieltensie bei sich bis zu ihrer Mannbarkeit. Tie Töchter wurden wieder Nonnenund die Söhne Geistliche. Eine Nonne von einer Äbtissin geboren,wurde von dem Nonnenkapitel zur Nachfolgerin in derselben Würdegewählt und hatte, einen Liebhaber?) Ter König von Portugal kanntediese allgemeine Verworfenheit, konnte sie aber nicht hindern, die Geist-lichkeit war mächtiger als er?) Den Marranen blieben solche Schand-taten nicht verborgen, und sie sollten sich zu einer solchen Religionbekennen? Je grausamer die Inquisition gegen sie verfuhr, destoteurer wurde ihnen die Religion ihrer Väter?)
Um den Papst oder doch seine Umgebung gegen die Marraneneinzunehmen, ließ der Jnfant und Großinquisitor Henrique ein Sünden-register der Neuchristen zusammenstellen und sandte es nach Rom(10. Februar 1542). Ein Schuhmacher aus Senbal, LodovicoDiaz, habe sich zum Messias aufgeworfen und viele Marranen zuseinen: Glauben betört, darunter sogar den Leibarzt des Don Alfonso, desBruders des Jnfanten-Großinquisitors. Es sei eine geheime Synagogeentdeckt worden mit Marranen, die zum Gebet versammelt gewesen.Die Synagoge iei freilich zerstört und die Beter dem Scheiterhaufenüberliefert worden. Ein Arzt in Lissabon habe sich nicht gescheut,von Haus zu Haus den Marranen das Judentum zu predigen undihre Knaben zu beschneiden. In Coimbra habe ein Marrane eineeigene Schule unterhalten und seine Schüler hebräisch gelehrt. DieFrechheit derselben sei so weit gegangen, daß sie sogar einen geborenenChristen zum Judentum bekehrt hätten?) Dies sollte zugleich eineRechtfertigung sein für die zuletzt geschehene massenhafte Verurteilungder Marranen.
Zwei ungünstige Umstände entwaffneten den Papst und dieGönner der Marranen, tatkräftig für sie einzutreten, eine ganz nieder-trächtige Fälschung und der zunehmende Fanatismus in der UmgebungPauls III. (1542). Ein Richter legte dem König zwei Bündel Briefevor, welche angeblich aus Flandern gekommen und an zwei Marranenadressiert waren. Sie waren meistens in Chiffreschrift geschrieben:nur der Name des „M annes von Viseu" (des die Marranenbegünstigenden und vom König mit bitterm Haß verfolgten Miguelde Silva) und der Name des Agenten für die Marranen in Rom,Fernandes Neto, waren deutlich zu lese::. In diesen Briefen sollen die
y Herculano III 40 f. 2 ) Das.
°> Ans dcn Prozeßakten der Inquisition entnahm Herculano, daß vieleSchlachtopfer der Inquisition tatsächtlich judaisicrt, d. h. jüdische Riten be-obachtet haben, das. p. 83: qus muitas cta» vietimas 4a, Inqnisiqäokkleetivainsnts jnüairiaclo.
Z Das. III, 12. Bei Heine a. a. O. 168, s. Note 6. *