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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

fettigen, doch seine fluchwürdige Tätigkeit einigermaßen zu hemmen.Sie hatten einen neuen Vertreter und Sachwalter gefunden, der ehr-licher und nachdrücklicher für sie tätig zu sein verhieß. Duarte de Pazkonnten sie nicht länger als solchen gelten lassen: er hatte sich zu eigen-nützig und habgierig erwiesen und sie am Ende durch seine übertriebenenVersprechungen und allzu kecke Schlauheit mehr in Verlegenheitgebracht als gefördert. Leidenschaftlich wie dieser Mann war, schleuderteer aus Rachegefühl wegen seiner Entsetzung blutige Anklagen gegen dieMarranen bei dem portugiesischen Hof und dem Papst, heucheltesogar Gläubigkeit und Zerknirschung, um seinen verräterischen Ent-hüllungen mehr Gewicht zu geben. Aber seine Ausbrüche schadetenihm hier wie dort. Verdrießlich über das Mißlingen seiner Rache be-kannte er sich, um den König von Portugal zu kränken, zuletzt offen zumJudentum und soll gar Türke geworden seines Sein NachfolgerDiogo Antonio hatte sich auch nicht bewährt, und so wählten dieportugiesischen Marranen (1540) als dritten Sachwalter DiogoF e r n a n d e s N e t o, der auch glücklicher operierte. Gelder wurdenihm natürlich zur Verfügung gestellt, und sie gingen durch die Handdes Marranen Diogo Meudes und seiner edlen SchwägerinDona Gracia Mendesia in Flandern?) Neto hatte einen kräftigenBeistand gewonnen an dem Kardinal Parisio, der schon früher eineSchutzschrift für die Marranen veröffentlicht hatte,daß sie durchZwang zum Christentum geführt, nicht als Glieder der Kirche betrachtetund behandelt werden dürften."^) Die Überhebung des JnfantenHenrique hatte ihnen noch zwei Bundesgenossen zugeführt, welche vielbeim Papste Paul III. galten und voller Haß gegen den portugiesischenHof waren. Miguel de Silva, Bischof von Viseu, aus eineraltadeligenFamilie, wurde vom portugiesischenHof wegen des Kardinals-hutes, den er erhalten sollte und erhalten hatte, aus Neid so sehr ver-folgt, daß er nach Rom entfliehen mußte, dort auch keine Sicherheitfand und aus Erbitterung ein eifriger Parteigänger der Marranenwurde. Dasselbe tat ein beliebter Arzt Ayres Vas, welcher vonder Inquisition wegen Astrologie verfolgt, nur mit Not nach Romentkommen war und dort der Liebling des Papstes wurde/) welchergleich mehreren Kardinälen an die Trefflichkeit dieser Afterwissenschaftglaubte?) Beide arbeiteten gegen den Hof. Es handelte sich für die

>) Herculano p. 26368. S. oben S. 245, Anm. 1.

ch Das. x. 321 und Note 6.

2) Das. Jmanuel Aboab, Mmologla, x. 262 zitiert Parisios Schrift inGemeinschaft mit Alsatio: eonsilia xro dbristianis nvvitsr eonvsrms.

^) Herculano das. II. x. 34V. Ayres Vas war schwerlich Marrane, s. das.x. 221. Note 2.

°) Das. x. 221.