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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

kurzer Zeit mehrere aufeinander folgen lassen mußte?) Aber auch dergute Wille wäre anerkennenswert gewesen. Allein Karl war es mehrum seine Einnahmen von den Juden zu tun, deren er verlustig gegangenwäre, wenn sie vertilgt worden wären, als um Gerechtigkeit. Sodannwaren die deutschen Juden unschädlich, ihre Existenz störte seine Plänenicht; darum ließ er sie seine anerzogene Judenfeindlichkeit nicht allzu-sehr empfinden. Dagegen haßte er, als Enkel Fernairdos und Jsa-bellas von Spanien, die Marranen gründlich und gönnte ihnen dieFlammen der Inquisition.

Als nun der Kaiser, als Triumphator über Barbarossa durchItalien ziehend, in Rom eingetroffen war (5. bis 18. April 1536),verlangte er von Paul III. als Lolm seiner Siege (es war Sitte, daßein Triumphator sich die Erfüllung eines innigen Wunsches vomOberhaupt der Christenheit ansbitten durfte) die Bewilligung der In-quisition für Portugal?) Noch immer sträubte sich der Papst, daraufeinzugehen. Er kam immer wieder darauf zurück, die portugiesischenMarranen seien ursprünglich mit Gewalt zur Taufe geschleppt worden,und darum hafte das Sakrament nicht an ihnen.

Allein zum Unglück für die Marranen waren ihre Mittel er-schöpft, die Geldgier des päpstlichen Hofes zu befriedigen. Ihr Sach-verwalter Duarte de Paz hatte unerschwingliche Summen für dieVereitlung der Inquisition versprochen und noch dazu einen Teil desihm zur Verfügung gestellten Geldes zur eigenen Bereicherung ver-untreut. Sv waren die Scheinchristen gezwungen, dem päpstlichenNuntius della Rovcre, welcher auf Zahlung gedrungen hatte, zu er-klären, sie seien nicht imstande, die übertriebenen Versprechungendes Duarte de Paz einzulösen. Zudem wurde dieser Handel zwischendem Nuntius und den Marranen dein Hofe verraten und zwang diesenoch mehr zur Vorsicht, weil der Bruder des Königs, Don Alfonso,sie selbst mit einer Judenhetze durch das Gesindel wie dixißig Jahrevorher bedrohte. Auf seiner Reise nach Flandern erhielt zwar der

') Dekrete vom 18. Mai 1530, an ganz Deutschland und eins für Elsaß,dann wieder eins vom 24. Mai 1541, Urkunden bei Inmuasus, fu8 publicumimperii Hornaus, additameuba I, p. 301 f.

2) .iberculano a. a. O II, p. >53 fg. vergl. Note 6. Diese für den Ursprungder Inquisition in Portugal wichtiqe Nachricht findet sich nur bei L. L.boabl^omolog-ia p. 293: . . 8S resolviö cl Ue^ Dun Inan, gue passaudo aguelbisiupo por Roma Oarlos V., vietorioso cts 1o8 Nurcos por avsr Kanada aNuue? ^ a la Oolsta, avisndo ds triumpbar, picliesss ssta Kiacia a pon-biücs, ds qus e! ds UortuAal pudissss mstsr la iuguisiciou su auoaUe^nos, coiuo sra cosbumbre ds agnellos gus trinmpbavau psdir al papaIo gus ma8 Iss ag-ravada. Weder Herenlano, welrber die VerhandlungKarls mit dem Papste berichtet (a. a. O. II, x. 153 fg. 162) noch G. Heine,welcher dieselben Urkunden benutzt hat, wissen von diesem Motive.