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Geschichte der Juden.
soweit dem päpstlichen Stuhle Gehorsam leisteten, als ihr Interesseim Spiele war, kehrte sich Joäo III. wenig an des Papstes Er-mahnung. Riet ihm doch ein Gesandter, um die Inquisition durchzn-setzen, sich, gleich England, von der römischen Kirche loszusagen!^)Ein wahrer Knäuel von Intrigen entspann sich daher in dieser An-gelegenheit in Rom und Portugal. Hier einerseits der Hof und ander-seits der Führer der Marranen, Thome Sarrao und M a n u e lM endes mit dem päpstlichen Legaten, und dort Dnarte dePaz und Pinto — gegen oder mit dein portugiesischen Gesandtenund dem Kardinal Säntiquatro.
Ter Züge und Gegenzüge überdrüssig, erließ Paul III., der eineinmal gefaßtes Vorhaben nicht gern fallen ließ, eine neue entschiedeneBulle (2. Oktober 1535), wodurch er den Marranen Absolution er-teilte und sie vor allen kirchlichen und weltlichen Strafen wegenApostasie und Ketzerei in Schutz nahm, insofern sie sich in Zukunftnicht dergleichen würden zu schulden kommen lassen. So war dennabermals die Inquisition in Portugal, welche, zum Schein wenigstens,der päpstlichen Autorisation bedurfte, damit aufgehoben. Der Nuntiusdella Rovere ging ebenfalls mit Entschiedenheit in Portugal vor, ließdie Bulle bekannt machen und brachte es dahin, daß selbst der denMarranen feindlich gesinnte Jnfant Don Alfonso die Kerkeröffnete und diejenigen in Freiheit setzte, welche man von Rom ausam dringendsten empfohlen hatte — im ganzen 1800 Marranen(Dezember 1535)?)
Ter portugiesische Hof, anfangs wie von einem plötzlichen Schlagebetäubt, setzte später alle Hebel in Bewegung, abermals die unum-schränkte Gewalt über die Marranen und ihr Vermögen zu erlangen.Er scheute sich nicht einmal Meuchelmord anzuwenden, um nur zumZiele zu gelangen. Der Prokurator Dnarte de Paz schien dem portu-giesischen Hof das einzige Hindernis für die Einführung der Inqui-sition zu sein. Er hatte in der Tat das so günstige Ergebnis durch-gesetzt, und nicht nur die Kardinale und die Umgebung des Papstes,sondern auch einen der beiden portugiesischen Gesandten, Don Mar-tinho, Erzbischof von Funchal, und sogar den spanischen Gesandten,Grafen de Cifuentes, Karls V. Minister, gewonnen?) EinesTages wurde Dnarte de Paz von Meuchelmördern auf der Straßeüberfallen und vierzehn Wunden wurden ihm beigebracht; er bliebscheintot liegen (Januar 1536)?) Alle Welt war in Rom überzeugt,daß die Mörder vom portugiesischen Hof gedungen waren. Schon
0 Bei Herculano ;i. 87.
2) Das. x. 111 sg. Die Zahl der damals Befreiten gibt Jmanncl AboabUomolocha x. 293 an.
o) Herculano das. i>. 87. F Das. 151 f.