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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Jude».

die Marranen, nicht fehlen, mittels dessen der päpstliche Hof für Rechtund Unrecht zu gewinueu war. Trotz der Gegenmine» des AntonioPucci, Kardinals de Santiquatro, der im Gegensatz zu seinem Oheimes mit dem portugiesischen Hofe gegen die Marranen hielt, erlangteDuarte de Paz wesentliche Erfolge seiner Bemühung und Spenden.Clemens war wiederum überzeugt von dem himmelschreienden Un-rechte, das den Neuchristen widerfuhr, von den mit brutaler Gewaltzur Taufe Geschleiften katholische Rechtgläubigkeit zu verlangen, undbesonders, daß ihnen die Freiheit genommen wurde, Reisen außerhalbPortugals zu machen. Infolgedessen erließ der Papst eine Breve(17. Oktober 1532), wodurch er bis auf weiteres das Verfahren derInquisition eiustellen ließU) Duarte de Paz arbeitete noch weiterdaran, eine allgemeine Verzeihung für die angeklagten und einge-kerkerten Marranen zu erwirken (7. April 1533). Eigen ist es, daßder portugiesische Hof, der durch seinen Parteigänger Antonio Pucciauf die in Aussicht stehende Begünstigung der Marranen aufmerksamgemacht wurde, lange Zeit so gut wie nichts dagegen getan hat. Einaußerordentlicher Gesandter, Martinho de Portugal, Erz-bischof von F u n ch a l, wurde zwar für Rom neben Bras Neto er-nannt, vielleicht diesen zu überwachen; aber er verzögerte den Antrittseines Postens. Es scheint, daß am Hofe Joäos III. selbst Intrigenzugunsten der Marrauen im Spiele waren, was nicht durchwegauf Rechnung der großen Summen zu setzen ist, welche diese aus-gestreut haben, um die Inquisition zu vereiteln. Die Partei, welchefür die Inquisition arbeitete, hielt es nämlich mit Spanien und warin: voraus darauf bedacht, bei der voraussichtlichen Kinderlosigkeit desKönigs die portugiesische Krone mit der spanischen zu vereinigen. Da-

genvssen und Klienten schildert (p. 28l f.). Die geheime Korrespondenz Dnnrtede Paz' mit dem König und das Vertrauen des Königs ans ihn, woraus dieVerräter« gefolgert werden kann, können ebensogut eine Intrige gewesen sein,uni den Hof irre zu führen. Daß er den König hintergangen hat, beweist dieTatsache, daß er später von Meuchelmördern, die von Joäo oder seinenKreaturen gemietet waren, verwundet wurde. Tatsache ist auch, daß dieMarranen ihm bis zuletzt vertrant und ihm nur Eigennutz vorgeworfen haben,und daß Jeäo später, trotz der verräterischen Briese an ihn, den Sendling desChristnsordens entkleiden wollte (das. II. p. 85). Noch im Jahre 1536 war derKönig so aufgebracht auf ihn, daß er nur ungern die Amnestie für dessenFamilie bewilligte,wegen der Schuld dieses Menschen, peius enipas clesssbommsm" (das. II. p. lt>9). De Paz hat allerdings eine verräterische Anklagegegen die Marranen geschlendert l538 (das. p. 263 fg>; aber sie entsprang auseinem Rachegcfühl, weil diese ihm zuletzt einen anderen Vertreter substituierthaben. Er hat auch spater sich wieder zum Judentum bekannt; aber daß erzuletzt Türke geworden sei, ist wohl nur Verleumdung oder Vermutung(das. II 268 Note).

h Hcrculano das. I. p. 276 fg.