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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

und selbst nach den portugiesischen Besitzungen aufs strengste verbot.Den Schiffskapitänen wurde bei Todesstrafe verboten, Marranen zutransportieren, und sämtlichen Christen wurde untersagt, Grund-eigentum von Neuchristen zu kaufen; diese durften ihre Habe nichtnach dem Auslande versenden und keine Wechsel im Lande ansstellenu)Nichtsdestoweniger rüsteten sich viele von ihnen heimlich zur Aus-wanderung,fliehend das Land, welches die Giftschlange (Inquisition)berührt hatte; aber ehe sie noch das Schiff betraten, wurden sie vonihr mit Frauen und Kindern ergriffen und in düstere Kerker undvon da zum Feuer geschleppt. Andere, ehe sie noch das Fahrzeug erreichthatten, das sie in Sicherheit bringen sollte, gingen in den Meeres-fluten unter. Viele von ihnen wurden aus den geheimsten Versteckenhervorgezogen und in den züngelnden Flammen verbrannt.?) Die-jenigen, welche ans dieser Angst und Gefahr den Klauen des blut-dürstigen Tieres entgangen waren, fanden in den fremden Ländernkeine Erleichterung, gefangen in Flandern, angehalten in Frankreich,übel ausgenommen in England. Bei solcher Quälerei verloren vieleihre Habe und dadurch auch ihr Leben. Diejenigen, welche Deutsch-land erreichten, kamen auf den Alpen durch äußerstes Elend um undhinterließen Frauen dem Gebären nah, die auf verlassenen und kaltenStraßen Kinder zur Welt brachten und eine neue Art von Unglückerduldeten."

Als wenn solche Mühsale noch nicht genügten, erhob sich gegensie in Italien ein grausiger Verfolger. GiovannidellaFoyaerwartete die Flüchtigen im Gebiete von Mailand und nahm ganzeWagen voll von ihnen gefangen. Da seine Gewalt sich nicht soweiterstreckte, sie zu töten, beraubte er sie des letzten Gewandes und unter-warf schwache Frauen und gebrechliche Greise tausend Folterqualen,damit sie entdeckten, was sie bei sich führten und andere verrieten,welche Nachkommen sollten, um auch sie zu erwarten und anzuhalten.So von allem entblößt,, ließ er sie in äußerster Verzweiflung undElend. Waren sie der Giftschlange entkommen, fielen sie in die Krallennoch grausamerer Wesen?) Indessen stellten die Marranen des-

l) Herculano das. I, p. 25 l fg. Bei Heine a. a. O. S. t02.

?) Herculano I, 259 Samnel Usqne tribnlaqao III. Nr. 30.

?) Usqne das. Nr. 31. Das war die Quelle für Joseph Kohen in Uinslcba-Laoba. p. 91. Zunz scheint die Urquelle nicht gekannt zu haben, und darumwußte er aus dem Eigennamen nns .ib'i wr nichts zn machen. Dieser Raub-ritter war gewiß kein Franzose und am allerwenigsten ein itoix, sondern einItaliener. In dem Memoriale, welches die Marranen einige Jahre später demPapste überreichten, klagten sie: st in qnainplnrinnr tnq-a. t-Uia contra ipsos(novos obristianos) pinries ooinprelisnsos psrpetrata snnt, gnock niiranänmProtests, qnock non aci Nnrearnin cloininia, sei ack «kiaboioruin äoinos nontranstsrrentnr. Bei Herculano das. I p. 259 Note.