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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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David Reubein in Portugal.

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wahnsinnäbnliche Zustände verfielen. Ein Marrane in Barcelona,ein Junger des Rabbiners Jakob Berab (o. S. 12), hatte diefixe Idee, Gott in drei Personen zu sein; er prophezeite, er werdeden Tod erleiden und in drei Tagen wieder auferstehen, und daß alle,die an ihn glaubten, selig werden würden.*) Er wurde allerdingshingerichtet, dafür hatte die Inquisition gesorgt, statt ihn als Wahn-sinnigen einer Seelenheilanstalt zu übergeben. Messianische Hoff-nungen, d. h. Erlösung durch ein Wunder vom Himmel, das war dieAtmosphäre, in der die in ihrem Herzen der Religion ihrer Bätertreugebliebenen Marranen atmeten und webten. Bei der Nachrichtvon dem Eintreffen des Gesandten eines jüdischen Reiches am portu-giesischen Hofe, flüchtete eine Menge spanischer Neuchristen nach Portu-gal, uni dem angeblichen Erlöser nahe zu sein. 2 ) David, der die Freiheitgenoß, in Portugal sich frei zu bewegen, scheint sich aber sehr vorsichtigbenommen zu haben; er machte ihnen keine Hoffnung und ermuntertesie nicht, sich offen zum Judentum zu bekennen. Er wußte wohl, daßer über einem Abgrunde schwebte, und eine Äußerung oder eine Tat-sache von ihm zur Überredung der Neuchristen hinterbracht, ihm dasLeben kosten könnte. Dennoch hefteten sich ihre Blicke auf ihn; siewaren mehr denn je erregt und gespannt auf wunderbare Ereignisse,die unfehlbar eintreffen müßten.

>) Llorcnte, Histoire äs blugnisition en IlspLZus I p. 338.

h S. Note 5.