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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

die Namen der judaisierenden Marranen an, und erteilte gehässigeRatschläge gegen sie. Henriqne Nunes beging noch einen grausigerenVerrat fast möchte man ihn von dieser Ungeheuerlichkeit frei-sprechen und die Schuld auf das glaubenswütige Christentum damaligerZeit wälzen er zeigte seinen eigenen Bruder an, daß derselbe,anstatt, seinem Rate gemäß, nach Spanien zu gehen, um dort frommkatholisch erzogen zu werden, nach Lissabon zurückgekehrt, sichheimlich dem jüdischen Bekenntnisse ergeben habe.H Joäv III.war infolge dieser durch Verräterei erlangten Nachrichten entschlossen,die Inquisition nach dein Muster der spanischen in sein Land einzu-führen, und sandte heimlich den zuverlässigen Nunes an Karl V. nachSpanien, wahrscheinlich um ihn dafür zu gewinnen und Einfluß aufden Papst auszuüben, daß er die Einführung der Inquisition inner-halb der den Marranen bewilligten Frist gewähren solle. Die Mar-ranen hatten aber Wind davon bekommen und waren über den ge-wissenlosen Spion so sehr erbittert, daß zwei derselben ihm nachsetzten,mn seinen Verrat mit den: Tode zu bestrafen. Es waren zwei Fran-ziskanermönche oder solche, die sich zum Scheine in das Mönchsgewandgehüllt hatten, Diego Vaz aus Olivenya und Andre Diasaus Vianna. Sie erreichten ihn unweit der spanischen Grenze beiBadajoz und töteten ihn mit Schwert und Lanze. Sie fanden auchBriefe bei ihm, welche von der Einführung der Inquisition handelten.Die Rächer oder Mörder, wie sie die rechtgläubigen Christen nannten,wurden aber entdeckt, zur Rechenschaft gezogen, und ohne daß sie ihrMönchsgewand schützen konnte, auf die Folter gespannt, um ihreMitschuldigen anzugeben, und zuletzt zum Galgen verurteilt. DasGericht verhängte die strengste Strafe über sie, und es wurden ihnenvor der Hinrichtung die Hände abgehauen und sie an Pferdeschweifenzum Richtplatz geschleift (Anfang 1525). 2 ) Der Verräter Nunes wurdeaber als Märtyrer verehrt, fast heilig gesprochen und erhielt denEhrennamen F i r ni e Fe (Glaubensfest); die Stätte, wo er getötetworden, galt in den Augen der verblendeten Menge als ein Heiligtumund die Dominikaner sprengten Wunder aus, welche dieser Verräterverrichtet haben sollte.

Man sollte nun erwarten, daß der fanatisierte König nach diesemVorfälle mit noch größerem Eifer die Einsetzung deS Jnquisitions-tribunals gegen die siidaisierenden Marranen betrieben hätte, deren

>) Das. x. 195 fg., 199 fg., 205. Diese Schändlichkeit wäre unglaublich,wenn der Fanatiker sie nicht selbst erzählte: Ln 1a primsra auäisnoia gnsins lriso msreeä (ei Lei) äs ins o^r me gusxs ässts mi bsrmaöo, gus lobabia manäaäo bnrtar äs aoä para Oastilla por Io ba^sr Oatbolioo, oomolo tsnia bsobo, s vino a Lisboa, a barsrss suäio oomo los otros.

") S. die italienische Information Note 6 und Herculano a. a. O. p. 200 fg.