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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Kabbalistischer Wahn.

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M e 'i r beuGabbai, Ibn - Abi S i in r n hatten die Kabbalanach Italien und der Türkei eingeschleppt und erweckten ihr mit außer-ordentlicher Rührigkeit eifrige Anhänger. Auch die Schwärmerei christ-licher Gelehrter, Egidio von Viterbo, Reuchlin, Galatini und andererfür die Kabbala iibte auf die Juden eine Rückwirkung aus. War dieGeheimlehre bisher innerhalb der Judeuheit nur geduldet, so erhieltsie nun in der Zerfahrenheit und im Wirrwarr durch die Verfolgungund Wanderung einen offiziellen Charakter. Tiefer Lehre müsse docheine tiefe Wahrheit zugrunde liegen, wenn sie bon vornehmen Christenso sehr gesucht werde! Tie kabbalistisch-gläubigen Prediger entwickeltenderen Lehre was bisher nicht vorgekommen war von der KanzeU).In Fragen über Ritualien und Satzungen wurden auch die kabba-listischen Schriften zu Rate gezogen und gaben öfter den Ausschlag.-)Kein Wunder, wenn nach und nach mystische Elenrente aus dem Soharirr die Gebetordnung Eingang fanden und ihr überhaupt einen ge-heimnisvollen Charakter aufdrückten.F Mit frecher Anmaßung be-haupteten die Kabbalisten, daß sie allein im Besitze der mosaischenÜberlieferung seien, und daß der Talmud und die Rabbiuen sich vorihnen beugen müßten^) Es ging soweit, daß selbst ein Kabbalist,A braham Levi, eine Gotteslästerung in der Gebetweise derKabbalisten fand, daß sie sich an die Engel oder an die Sefirot umGehör ihrer Wunsche wendeten.^) Sie wagten sogar irr den Pcuta-teuchrolleu manche Wörter nach svharistischen Spielereien zu ändernund zu verunstalten, obwohl hierbei die skrupulöseste Korrektheit undUnveränderlichkeit des Textes zur Pflicht gemacht war. Denjenigen,welche die ursprüngliche Lesart wiederherstellen wollten, flößten sieabergläubische Furcht ein, daß dadurch Erblinden oder sonst ein Un-glück unfehlbar erfolgen würde?) Solchergestalt wurde die Geheim-lehre mit ihren Träumereien und Spielereien, die bisher nur in denKöpfen weniger Adepten spukte, allgemein unter der Judeuheit ver-breitet und berückte den gesunden Sinn. Der Widerstand von seitender Rabbiuen gegen mystische Eingriffe in den Ritus und das religiöseLeben überhaupt war nur schwach, da auch sie von der Göttlichkeit der

h Lesum Levi b. Chabib Nr. 8 und Nr. 75 .

-) Lesum David Jbn-Abi Simm scl. Livorno Nr. 8 ,. Vsu. I Nr. 170 .

h Siehe B. VII 2 S. 436 .

u Lesum Tam Jbn-Jachja und Lesum Elia Misrachi, siche B. Vlllg3 Seite 455 .

v) Abraham Levis Sendschreiben an den Nagid Isaak Schakal Xerem6 >iemeä IX m t 4 k fg.

") Lesum David Jbn-Abi-Simra- Livornv Nr. 101 . 22-22- 22 F

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