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Geschichte der Juden.
zu verstehen gibt, daß der Leser es nicht mit den Abgeschmacktheitender Alltagsphilosophen zu tun hat. Wenn einer, so bewies dieserSprössling einer alten edlen Familie die Schmiegsamkeit des jüdischenGeistes. Aus einein behaglichen Leben herausgerissen, in ein fremdesLand geworfen, unstät durch ganz Italien gehetzt und im Herzenden nagenden Schmerz um den lebendigen Tod seines ihm entrissenen
gibt Jrrtümer, die mit Zähigkeit festgehalten werden, und man darf nichtmüde werden, sie zn widerlegen. Delitzsch gefiel sich noch in dem Gedanken,daß dieser gefeierte Schriftsteller bei der Abfassung Christ gewesen (Orient. Litbl.1840 S. 98) und führt einen Schnitzer als Beweis dafür an. Gedalja Jbn-Jachja referiert nämlich von ihm: prob 'i nipr.n -nru isv m.n
'im'.n. Delitzsch verstand nun unter 'n-ii einen Christen. Bei etwas mehr Ver-ständnis hätte er die Ungereimtheit einsehen müssen; das Wort bedeutet hiernämlich, daß dies Buch nicht Hebräisch, sondern Italienisch geschriebenwar. Zu den Beweisen gegen Leons Übertritt bei Wolf, Dibliotlrsoa II p.4.15, und der Bezeugung bei de Rosst und Jbn-Jachja läßt sich noch Folgendeshinzufügen. Amatus Lnsitanus kannte ihn noch nach seinem Tode als einenJuden (o. S. K, Anmerk). Ferner die Dialoge sind verfaßt 1502, und vomselben Jahre stammt sein versisiziertes Sendschreiben an seinen geraubten Sohnin Portugal, worin er Liebe zum Judentum und Bitterkeit gegen das Christen-tum ansspricht und auf Zions Glanz, sowie auf das Erscheinen des David-sohnes hofft (Orai- Dlevbrrraä II p. 70). Noch mehr. Diejenigen, welche seineBekehrung behauptet haben, scheinen die Dialoglri gar nicht gelesen zu haben.Denn darin nennt der Vers, die Talmndisten „die Weisen" schlechthin (Dia-loglri, I p. 6 b) . . et 1i savii äieono, olrs il vero rieeo s gnello, ebs sseoirtsnta cli guel gus possiscke; (Dialog'. III p. 100): e li sapieuti rrreta-pliorioawsuts cksolararro, ebs morirono (üloi'ss ecl ^.aron) baeeianclo 1aclivinitä. Beides Zitate aus der agadisch-talmudischen Literatur. Ferner nennter Maimuni „den Unfern" (Dial. II. p. 96b): eck il rrostro Labt Uorssck'Dgitto nsl sno lllorlrs. Eben so nennt er Abensnbron, d. h. Jbn-Gebirol(Dial. III p. 160): Doms pons il rrostro ^bsnsubron nel sno librode tonte vitae. Bei Angabe eines Datums gebraucht er die jüdische Aera derWeltschöpfung (das. III p. 107). Liarrro sseoncko la veritä Debraroa äeir.gns milia cknesuto ssssauta eins ckal prirreipio «lella ereations. Brauchtman schließlich noch mehr Beweise, als den, daß sein Vater in seinem Schreibenan Saul Kohen noch im Jahre 1506 von ihm mit Zärtlichkeit spricht? — DerIrrtum, Leon Abrabanel Medigo zum Christen zu stempeln, beruht ans ziveiScheinbeweisen. Der erste Editor der Dialoglri von 1535, Mariano Lenzi,hat auf dem Titelblatt, wahrscheinlich, um christliche Leser dafür zn gewinnen,angegeben: Dialog-Irr ckr airrvrs eorrrposti per Dsorrs DIsckreo cli iiatioirsDebraso, s ckspoi tatto Olrristiarro. Das beweist also gar nichts. Dannwird im Texte unter denen, welche mit ihrem Leibe in den Himmel entrücktworden seien, Enoch und Elia, auch Johannes der Täufer angeführt. Aberdas ist ohne Zweifel ein Einschiebsel von christlicher Hand. Kurz, Leon Abra-bancl Medigo ist bis an sein Ende Jude geblieben und hat die Dialoglri alsJude geschrieben. Was Delitzsch darin von der Trinitätslehre hat finden wollen,ist Phantasmagorie.